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Doping-Opfer-Hilfe : Aufklärung und Entschädigung

Die ehemalige Sportlerin und heutige Schriftstellerin Ines Geipel: „Wer war wer in der DDR“ Bild: dpa

Der Verein Doping-Opfer-Hilfe will in Eliteschulen des Sports über Dopingfolgen aufklären und spricht sich dafür aus, geschädigte Sportler mit einer monatlichen Rente zu unterstützen.

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          Die Opfer des Dopings im DDR-Sport wollen deutlich machen, dass ihr Anliegen keines von gestern ist. Das spricht aus allen Initiativen, welche die neue Vorsitzende des Dopingopfer-Hilfevereins (DOH), die Schriftstellerin Ines Geipel, am Montag in Räumen der Stiftung Aufarbeitung in Berlin vorstellte. Der Verein wird sich endlich, vor allem mit Porträts, im Internet vorstellen. Er fordert von Thomas Bach, dem Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), endlich die Erfahrung der Dopingopfer für die Prävention zu nutzen und ihnen den Weg in die Eliteschulen des Sports zu eröffnen, wie er das vor Jahren versprochen habe. Und sie richten eine Telefon-Hotline ein für Betroffene, auch für solche, die heute dopen und aussteigen wollen.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Von trauriger Aktualität ist das Leid der Dopingopfer. Einige sind schwer geschädigt und können sich dringend benötigte Therapien nicht leisten. Der Verein unterstützt die Initiative der Grünen im Bundestag, etwa dreihundert Härtefälle mit einer monatlichen Rente von 200 Euro zu unterstützen; politisch Verfolgte erhalten 250. Mit den Dopingprozessen vor dreizehn Jahren endete die Aufarbeitung, sagte Ines Geipel. „Das einschlägig vorbelastete Personal konnte zurückrudern in seine alten Positionen.“

          Franke-Archiv künftig bei Robert-Havemann-Stiftung

          Die Vernehmungs- und Prozessprotokolle von damals sowie kistenweise Unterlagen zu Doping in Deutschland Ost und West sowie in Frankreich, Italien und den Vereinigten Staaten stellt der Dopingbekämpfer Werner Franke der Robert-Havemann-Gesellschaft in Berlin zur Verfügung. Der Stiftung Aufarbeitung seien sie zu heikel gewesen, sagte er. Es bestehe die Gefahr, dass etwa die Fernsehmoderatorin und Schwimm-Olympiasiegerin Kristin Otto unter Berufung auf das Persönlichkeitsrecht Unterlagen konfiszieren lasse. Franke berief sich auf sein Recht als Wissenschaftler: „Ich schaffe Wissen und publiziere es.“ Um die Unterlagen zugänglich zu erhalten, habe er Doppel aller Unterlagen der Lyndon-Johnson-Bibliothek für Zeitgeschichte in Austin (Texas) übergeben.

          Ines Geipel forderte die Stiftung Aufarbeitung auf, sich von dem Publizisten Volker Kluge und seinem Werk zu trennen. Die Datenbank „Wer war wer in der DDR“ enthält Biografien von mehr als hundert DDR-Sportlern, -Trainern und -Funktionären, die Kluge verfasst hat. Gegen das von diesem entworfene Bild von Andreas Krieger, der vor einer Geschlechtsumwandlung als DDR-Sportlerin Heidi Krieger Europameisterin im Kugelstoßen wurde, wolle der Verein juristisch vorgehen, kündigte Ines Geipel an; sie sei unstatthaft. Kluge, früher Sportchef der FDJ-Zeitung „Junge Welt“ und Sprecher des Nationalen Olympischen Komitees der DDR, sei Ideologe. Der fragliche Text war an diesem Montag nicht auf der Website der Stiftung zu finden.

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