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Doping : Lügen und Wahrheiten

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Berufung angekündigt: Werner Franke will nicht schweigen Bild: dpa

Dopingjäger Werner Franke darf den früheren Olympiaarzt Georg Huber auch weiterhin nicht einen Doper nennen - weil er nach Ansicht des Gerichts schon zu lange der Auffassung ist, dass Huber gedopt hat. Und so geht der Streit in die nächste Runde.

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          Nun muss der Professor weiter schweigen, dabei würde er es am liebsten in die Welt hinaus schreien: „Ein deutsches Gericht fordert mich auf, der Lüge zu folgen und die Wahrheit nicht zu berichten. Soll ich jetzt bis an mein Lebensende mit der Täuschung leben?“, fragte der Molekularbiologe Werner Franke am Donnerstag.

          Kurz zuvor war Frankes Versuch, einen Vergleich mit dem ehemaligen Olympiaarzt Georg Huber aufheben zu lassen, vor der 2. Zivilkammer gescheitert - aus formalen Gründen. Der Dopingenthüller hat nach Auffassung des Richters seine Vereinbarung mit dem Freiburger Sportmediziner zu spät angefochten: Nämlich nie mehr zu behaupten, der Arzt habe mehr als einzelne U-23-Radfahrer mit dem im Sport verbotenen Testosteron-Präparat Andriol zum Ausgleich von Dysbalancen behandelt.

          Diese eidesstattliche Versicherung hatte Huber 2007 abgegeben und Franke gezwungen, den Mund zu halten. 2008 aber berichtete der frühere Bahnradfahrer Robert Lechner der F.A.Z. detailliert, dass er in den achtziger Jahren von Huber nicht nur Andriol, sondern auch das Anabolikum Stromba sowie das Hormonpräparat Urbason zu Dopingzwecken erhalten habe. Huber reagierte damals weder auf Fragen zu diesen Vorwürfen noch auf den veröffentlichten Beitrag. Weil Franke im Sommer nach dieser Enthüllung in einem Interview („Badische Zeitung“) den Fall Lechner/Huber erwähnte, hielt das Gericht die Verjährung (ein Jahr) für bewiesen.

          Dabei fiel nicht ins Gewicht, dass Franke nach einem Urteil der Hamburger Medienkammer ein „Medienmultiplikator“ ist, der alle seine Äußerungen selbst zu recherchieren hat. Das aber war ihm laut eigener Darstellung erst bei der Befragung Lechners im vergangenen Frühjahr als Mitglied einer Aufklärungskommission der Universität Freiburg möglich. Am Donnerstag verschlug es Franke also für einen Moment die Sprache.

          Als er sie wieder fand, kündigte er Berufung an und erklärte seinen Rücktritt aus dem Freiburger Gremium: „Ich kann die Geheimhaltung vieler strafwürdiger Delikte im Universitäts-Doping-System nicht verantworten.“ Franke nannte unter anderem „Rezeptbetrug, Betrug an Krankenkassen, Beihilfe zur Körperverletzung“. Von Huber darf man kein Wort erwarten. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob die Aussagen Lechners, der seine Angaben mit Aufzeichnungen stützte, stimmten, antwortete dessen Rechtsanwalt. Der Mandant dürfe nichts sagen. Ein Arzt müsse erst von der Schweigepflicht entbunden werden.

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