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Doping : Keine Zusammenarbeit mehr mit Uniklinik Freiburg

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Patrick Sinkewitz: Eigenblutdoping in Freiburg Bild: dpa

Dem Olympiastützpunkt in Freiburg hat das Bundesinnenministerium vorerst eine Zusammenarbeit mit der Uniklinik Freiburg untersagt. Das Verbot gilt, bis alle Dopingvorwürfe gegen die ehemaligen Teamärzte von T-Mobile und die Klinik geklärt sind.

          Das Bundesinnenministerium hat dem Olympiastützpunkt in Freiburg vorerst verboten, Untersuchungen von Athleten aus Bundeskadern an der Uniklinik der Stadt zu finanzieren. Nach Informationen der „Badischen Zeitung“ (Donnerstags-Ausgabe) gilt dieses Verbot so lange, bis alle Dopingvorwürfe gegen die ehemaligen Mannschaftsärzte der Radsportteams Telekom/T-Mobile, Lothar Heinrich und Andreas Schmid, und die Klinik geklärt sind.

          „Der Trägerverein des Olympiastützpunktes Freiburg-Schwarzwald wurde mit Schreiben vom 7. November gebeten, von einer Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik Freiburg bis zur Klärung abzusehen. Damit werden bis zur Klärung der Vorwürfe von der Uniklinik Freiburg weder Leistungen für den Spitzensport abgefordert noch gefördert“, heißt es in der Erklärung des Ministeriums. Betroffen von der Aufforderung sind sämtliche Athleten vom A- bis zum C-Kader.

          Neue Vorwürfe

          Das Verbot sei aber nicht so zu interpretieren, dass Leistungssportler nun nicht mehr von der Uniklinik betreut werden dürften, stellte Hans-Ulrich Wiedmann, Leiter des Olympiastützpunktes, klar und fügte an: „Natürlich kann sich jeder auf Krankenschein behandeln lassen. Nur die systematische Verbandsbetreuung, also etwa eine leistungsdiagnostische Untersuchung, darf im Moment nicht mehr mit Bundesgeldern finanziert werden.“

          Hans Joachim Schäfer, der Vorsitzende der Untersuchungskommission, sagte der „BZ“ zudem, dass es neue Vorwürfe gebe. Schon seit Mai versucht Schäfers Kommission, die Vorwürfe gegen Schmid und Heinrich zu erhellen. Sie gaben Doping-Aktivitäten zu, allerdings nur in strafrechtlich bereits verjährter Zeit.

          Der ehemalige Telekomprofi Patrik Sinkewitz berichtete aber über angebliche Doping-Praktiken an der Universitätsklinik bis ins Jahr 2006. Das Bundeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Freiburg nahmen diese Aussage zum Anlass, am 31. Oktober die Sportmedizin sowie die Privatwohnungen der im Mai entlassenen Ärzte Schmid und Heinrich zu durchsuchen. BKA und Staatsanwaltschaft werten die gefundenen Unterlagen und Hinweise nun aus. „Diese Auswertung wird noch mehrere Wochen in Anspruch nehmen“, erklärte Wolfgang Maier, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Freiburg.

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