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Doping : Keine Sanktionen gegen die Rusada

Ohne Strafe davongekommen: Rusada-Chef Jury Ganus Bild: AFP

Gnade vor Recht: Die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada ahndet ein Fristversäumnis der russischen Anti-Dopingorganisation bei Datentransfer nicht.

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          Die Exekutive der Welt-Anti-Doping Agentur hat entschieden, das Fristversäumnis der russischen Anti-Doping Agentur (Rusada) nicht zu sanktionieren. Die Rusada war am 20. September 2018 von der Wada wieder zugelassen worden unter der Voraussetzung, dass die Ermittler der Wada bis zum 31. Dezember 2018 forensische Kopien der Daten aus dem Moskauer Anti-Doping-Labor erhalten.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Die Bedingung war nicht eingehalten worden, die Wada-Ermittler hatten erst von Mitte Januar an Zugang zu den Daten, von denen sich die Ermittler rechtssichere Beweise für weitere Verfahren gegen Begünstigte des russischen Doping-Programms erhoffen. Daraufhin hatten zahlreiche Kritiker einen neuerlichen Rusada-Ausschluss gefordert. Der erschien unwahrscheinlich, nachdem der Vorsitzende des Compliance-Überprüfungskomitees der Wada, der britische Kronanwalt Jonathan Taylor, Anfang Januar erklärt hatte, es gehe darum, die Daten zu bekommen, eine umgehende Sanktionierung der Rusada sei in den Statuten nicht vorgesehen. Die Entscheidung der Wada-Exekutive vom Dienstag basiert auf einer Empfehlung des Überprüfungskomitees.

          Zuletzt hatte Wada-Chefermittler Günter Younger im Gespräch mit der F.A.Z. Verständnis für den langwierigen Prozess und die Überprüfung des von der Wada gebrauchten Equipments für die Datenübertragung geäußert. Younger lobte die Zusammenarbeit mit der Rusada seit dem 20. September. In der Wada-Pressemitteilung vom Dienstag heißt es, man nehme die Forderungen nach einem neuerlichen Suspendierungsverfahren zur Kenntnis, die Rusada solle aber nicht anders als andere nationale Anti-Doping-Agenturen behandelt werden. Sollte sich herausstellen, dass die Daten, die nun von den Wada-Ermittlern aufgearbeitet werden, zuvor manipuliert wurden, sei das ein „extrem ernsthafter“ Verstoß gegen die Compliance-Regeln. Er erwarte dann die strikteste Sanktion, wird Taylor zitiert.

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