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Biathlon : Pichler fordert Olympiapause für Russland

  • Aktualisiert am

In russischen Diensten: Wolfgang Pichler hat bis 2014 für die russischen Biathleten gearbeitet Bild: dpa

Wolfgang Pichler war Trainer der russischen Biathleten. Nun fände er einen Olympia-Ausschluss angemessen, wenn die Vorwürfe wegen Staatsdopings sich erhärten.

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          Der Deutsche Biathlon-Trainer Wolfgang Pichler hat mit Blick auf das russische Staats-Doping rund um die Winterspiele 2014 in Sotschi unter bestimmten Bedingungen den Ausschluss des Landes von den nächsten Olympischen Winterspielen 2018 in Südkorea gefordert. „Falls das alles so stimmt, wie es gesagt worden ist, dann müssten die Russen eine Olympia-Pause machen und ausgeschlossen werden. Da trifft es natürlich auch Unschuldige, aber alles andere wäre sinnlos“, sagte der 61-jährige Ruhpoldinger der Deutschen Presse-Agentur. Dann hätten „die Russen Zeit zum Nachdenken. Und dann können wir weitersehen und neu anfangen.“

          Pichler von Sauberkeit seines Athleten überzeugt

          Am 9. Dezember hatte der kanadische Jurist Richard McLaren in seinem zweiten Bericht im Auftrage der Welt-Anti-Doping-Agentur vom Austausch von Doping-Proben russischer Sportler im Kontrolllabor mit Hilfe des russisches Inlandsgeheimdienstes FSB geschrieben. Pichler ist überzeugt, dass das beschriebene Vertuschen der Doping-Proben in Sotschi von ganz oben gesteuert war und „wahrscheinlich fast alle Proben ausgetauscht wurden. Das war eine Attacke gegen den Sport.“ Im Zuge des Skandals hatte der Internationale Biathlon-Verband IBU kurz vor Weihnachten Pichlers frühere Athletin Jana Romanowa wie die nicht von ihm betreute Olga Wiluchina als eine der 31 im McLaren-Report genannten russischen Skijäger vorläufig gesperrt. Die beiden bestreiten einen Doping-Verdacht. Wiluchina war schon im November zurückgetreten.

          Pichler ist überzeugt, dass Romanowa nicht gedopt hat. „Ich glaube und sage heute noch, dass mein Team sauber war“, sagte er. Er lege aber für niemanden die Hand ins Feuer. Pichler war von 2011 bis April 2013 russischer Chefcoach. Danach wurde der Bayer, der sich stets für den Anti-Doping-Kampf stark gemacht hat, abgesetzt. Er bereitete eine eigene Trainingsgruppe mit Romanowa, Olga Saizewa, Jekaterina Schumilowa und Jekaterina Glasyrina auf die olympischen Heimspiele 2014 in Sotschi vor.

          Auch der deutsche Skeleton-Trainer Willi Schneider, unter anderem in Sotschi Trainer der russischen Auswahl, vertraut seinen ehemaligen Spitzenathleten. Im Zusammenhang mit den Doping-Manipulationen sind die Daten von fünf der sechs in Sotschi gestarteten Russen und Russinnen von der Wada an den Internationalen Bob- und Skeleton-Verband geleitet worden. Vier hat der Verband suspendiert, der fünfte ist inzwischen Trainer. Zu den vorläufig Suspendierten gehören einem Bericht der russischen Nachrichtenagentur Tass vom Dienstag zufolge, Olympiasieger Alexander Tretjakow, die Bronzemedaillen-Gewinnerin Jelena Nikitina, sowie Olga Potylizina und Maria Orlowa. Falls nur manipulierte Probengefäße der Verdächtigen vorliegen sollten, also keine positiven Tests oder Belege für eine Beteiligung der Sportler an Manipulationen ihrer Doping-Kontrollen, hätten sie trotz der Belege für ein Staats-Doping gute Chancen, nicht gesperrt zu werden.

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