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Doping im Spitzensport : Ein Stich ins Herz

Kann Quintana dem Verdacht davonradeln? Ermittler haben bei einem Teamarzt von Arkea-Samsic Injektionsbesteck sichergestellt und eine Kochsalzlösung. Bild: Reuters

„Ich bin nie positiv getestet worden“ ist längst ein Kalauer, wenn Manipulateure nicht lügen wollen. Zwischen Anspruch und Realität im Anti-Doping-Kampf klafft eine Lücke.

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          Warum nicht ein bisschen sticheln? Immerhin haben staatliche Ermittler bei einem Teamarzt des französischen Rad-Rennstalls Arkea-Samsic unter anderem Injektionsbesteck sichergestellt und eine Kochsalzlösung. Das klingt nach Verschleierung etwa des Blut-Dopingmittels Erythropoetin. Ein altes Mittel, eine alte Methode, bei einer Kontrolle Reinheit vorzutäuschen. Ob es so war, ob bekannte Profis der sprunghaft erstarkten kolumbianischen Radszene manipuliert haben, werden die Untersuchungen vielleicht ergeben, vielleicht auch nicht.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Ein Stich ins Herz der Radsportromantiker ist die Aktivität der französischen Staatsanwaltschaft aber schon. Glaubt die Szene der Freunde und Förderer doch einen Wandel zu erleben. Weg von der flächendeckenden, systematischen Vergiftung mit vorübergehender Leistungssteigerung, zurück zum Einzeltäter mit kleiner Entourage. Das wäre schon ein Fortschritt. Aber was spricht dafür? Die wenigen positiven Proben? Die vielen Bekenntnisse namhafter Profis gegen Doping? Die klaren Aussagen, die keinen Interpretationsspielraum lassen wie damals? Manipulateure, die nicht sofort lügen wollten, entzogen sich dem Kreuzverhör mit einem mitunter wahren Satz: „Ich bin nie positiv getestet worden.“

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