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Doping im Radsport : Armstrong als Sende-Hindernis

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Sendehindernis fürs ZDF: Lance Armstrong Bild: dpa

Die Freiburger Sportärzte sollen auch nach 2002 T-Mobile-Profis mit Epo versorgt haben. Das ZDF fordert ein Tour-Verbot für Armstrong. Und das Analyselabor weist Vorwürfe aus dem Schumacher-Lager zurück. Die Sportwelt kommt beim Thema Doping immer weniger zur Ruhe.

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          Der Doping-Skandal um den Berufsradsport hat am Wochenende neue Facetten hinzugewonnen: Neue Verdachtsmomente gegen die Freiburger Sportärzte sind aufgetaucht. Das ZDF macht Druck gegen eine Einladung Lance Armstrongs zur Tour de France. Und das Lausanner Anti-Doping-Labor weist die Angriffe von Schumacher-Anwalt Michael Lehner zurück.

          Der Freiburger Oberstaatsanwalt Christoph Frank bestätigte, seine Behörde gehe Hinweisen „auf Epo-Gebrauch im nichtverjährten Zeitraum“ der Freiburger Ärzte nach. Nach Angaben des Nachrichtenmagazins „Focus“ sollen sich auch nach dem Jahr 2002 Profis des inzwischen aufgelösten Rennstalls T-Mobile in der Uniklinik mit dem Blutdopingmittel „systematisch“ versorgt haben.

          ZDF erwägt Tourverzicht bei Armstrong-Start

          Die Versorgung der Profis mit Epo könnte Folgen für die damalige Führung des T-Mobile-Renstalls, Walter Godefroot, Rudy Pevenage, Mario Kummer und Olaf Lufwig haben. Sofern die Epo-Gaben gesundheitsgefährdend waren, könnte der Straftatbestand der Beihilfe zur Körperverletzung erfüllt sein. Weil die spanische Staatsanwaltschaft das Gegenteil annahm, wurde allerdings erst jüngst das Verfahren gegen den Blutdoper Eufemiano Fuentes eingestellt.

          Derweil erklärte Nikolaus Brender, der Chefredakteur des Zweiten Deutschen Fernsehens, dass der Start des Amerikaners Lance Armstrong und des ganzen Astana-Teams bei der Frankreich-Rundfahrt ein entscheidendes Kriterium dafür sei, ob die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender in Deutschland von der kommenden Tour live berichten würden. „Wenn Astana mit Armstrong und den jetzt gemeldeten Fahrern zugelassen wird, fehlt das Indiz, dass die Tour alles tut, um Doping zu unterbinden“, wird Brender von der „Welt am Sonntag“ zitiert. Sollte Astana zugelassen werden, seien Vertragsgrundsätze berührt.

          Andeutungen des Heidelberger Rechtsanwalts Michael Lehner, bei den Doping-Tests seines Klienten Stefan Schumacher sei es nicht mit rechten Dingen zugegangen, hat Neil Robinson, Experte für Blutdoping am Analyse-Labor in Lausanne, gegenüber der ARD zurückgewiesen. Die positiven Ergebnisse der Analysen, die das Labor in Châtenay-Malabry bei Paris festgestellt hatte, waren durch einen weiteren, anders gearteten Test in Lausanne bestätigt worden. Schumacher wurden bisher in zwei A-Proben von der Tour 2008 Spuren des Epo-Präparats Cera nachgewiesen.

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