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Doping-Folgen : Armstrong droht große Abrechnung

  • -Aktualisiert am

Schon Anfang des Jahrtausends ein Mann im Zwielicht: Lance Armstrong Bild: AFP

Der halb-staatliche Brief- und Paketdienst US Postal hatte zu Armstrongs besten Zeiten mehr als vierzig Millionen Dollar in den Radsport gesteckt. Allerdings unter der Bedingung, dass nicht gedopt wird.

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          Vor etwas mehr als einem Jahr erhielt Lance Armstrong eine E-Mail, die ihm signalisierte, dass in den Vereinigten Staaten der lange Arm des Staates weit reicht. Das Schreiben kam aus dem Büro des Generalinspekteurs der Post in Washington und forderte den Radprofi unmissverständlich auf, eine ganze Reihe von Unterlagen abzugeben. Die Post listete 21 Punkte auf und verlangte Einsicht in alle Dokumente, die den Ermittlern ein Bild vom Geschehen und den Geschäften hinter den Kulissen des US Postal Teams geben würden.

          Der Rennstall war vom halb-staatlichen Brief- und Paketdienst zu Armstrongs besten Zeiten mit mehr als vierzig Millionen Dollar gesponsert worden. Die Neugier war verständlich. Denn in ihrem Vertrag hatte die Post eines zur Bedingung gemacht: Dass die Radfahrer keine Dopingmittel verwenden. Doch genau das hatte das ehemalige Teammitglied Floyd Landis Anfang 2010 erstmals eingestanden - und Armstrong massiv belastet. Und er hatte Berichten zufolge noch etwas getan: als sogenannter „Whistleblower“ (Informant) ein Ermittlungsverfahren in Gang gesetzt. Das könnte Armstrong jetzt teuer zu stehen kommen. Denn die hochdefizitäre Post, die allein für 2012 rund 15 Milliarden Dollar Verlust ankündigte, hätte im Erfolgsfall Schadenersatzansprüche auf ein Mehrfaches der einst gezahlten Summe. Auch Landis würde profitieren: Informanten, die entscheidende Tipps geben, erhalten einen Anteil von bis zu dreißig Prozent an der Summe, in der es in dem Streitfall geht.

          Armstrong hat zwei Jahre die Herausgabe von Schriftverkehr und Kopien zu den finanziellen Transaktionen zurückgehalten. Sie dokumentieren etwa seinen Kontakt mit dem italienischen Doping-Doktor Michele Ferrari. Deshalb zwang die Post den Texaner vor einem Jahr mit einem Gerichtsbeschluss zur Kooperation. Ob es nun zu einer Klage kommt, steht noch nicht fest. Zumindest kann die Post aber inzwischen auf den tausend Seiten hohen Aktenberg zurückgreifen, den die amerikanische Anti-Dopingagentur in ihrem Verfahren gegen Armstrong zusammentrug.

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