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Doping-Fall Armstrong : Das nächste Geständnis

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Auch Matt White gibt zu, mitten im Dopingsystem des Teams von Lance Armstrong (Foto) gewesen zu sein Bild: REUTERS

Ein weiterer früherer Kollege von Lance Armstrong gesteht die Einnahme verbotener Mittel. Matt White spricht von Doping als Teamstrategie. Am Zug ist nun der Radsport-Weltverband mit seinem Präsidenten Pat McQuaid.

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          Nach den umfassenden Enthüllungen im Doping-Fall Lance Armstrong hat am Samstag auch dessen früherer Teamkollege Matt White die Einnahme verbotener Mittel gestanden. Der Australier gab daraufhin seinen Posten als Sportdirektor des Rad-Teams GreenEdge und bei seinem Heimatverband auf. Erst am Freitagabend hatte sich das Team RadioShack-Nissan von seinem Teamchef Johan Bruyneel getrennt, dem wichtigsten Wegbegleiter Armstrongs auf dem Weg zu dessen sieben Tour-de-France-Siegen.

          Zuvor hatte die amerikanische Anti-Doping-Agentur (Usada) umfangreiche Beweise für jahrelangen Dopingmissbrauch Armstrongs und seiner Rennställe vorgelegt. Armstrong selbst hat Doping bislang stets bestritten. In einer Mitteilung Whites hieß es nun: „Es macht mich traurig zu bekennen, dass ich Teil einer Mannschaft war, in der Doping Bestandteil der Teamstrategie war. Und ich war bei dieser Strategie mittendrin.“

          Er bitte seine Fans, die Medien, seine Familie und Freunde um Verzeihung, schrieb der 38 Jahre alte Australier. Auch bei früheren Gegnern, die bewusst auf Doping verzichtet hätten, entschuldigte er sich. Floyd Landis, einer der Kronzeugen im Verfahren gegen Armstrong, hatte White als einen der US-Postal-Fahrer genannt, die mit Hilfe des Blutdopingmittels Epo und durch Testosteron ihre Leistung gesteigert hätten.

          Am Zug ist nun der Radsport-Weltverband (UCI) mit seinem Präsidenten Pat McQuaid

          Am Zug ist nun der Radsport-Weltverband (UCI) mit seinem Präsidenten Pat McQuaid. Die UCI muss binnen drei Wochen entscheiden, ob sie Armstrong wie von der Usada gefordert alle Tour-Titel aberkennt.

          Der britische Radprofi David Millar, selbst 2004 zwei Jahre wegen Dopings gesperrt, forderte in der englischen Zeitung „Telegraph“, die UCI müsse als ersten Schritt ihren Ehrenpräsidenten Hein Verbruggen von seinem Posten entfernen. „Unter Verbruggens Präsidentschaft war es am schlimmsten, und trotzdem gab es all diese Verleugnungen durch die UCI. Er war führend in der Organisation mit dem größten Doping-Problem in der Geschichte des Sports“, sagte Millar.

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