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Doping-Fälle im Sprint : Von Johnson bis Gay

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Ben Johnson ist 1998 in Seoul schneller als Carl Lewis - Gold darf er dennoch nicht behalten Bild: picture-alliance / Sven Simon

Ben Johnson gewann bei Olympia 1988 in Seoul Gold über 100 Meter - und musste die Medaille wegen Dopings zurückgeben. Er sollte nicht der einzige Fall bleiben. FAZ.NET dokumentiert die größten Sünder des Sprint.

          1988: Der Kanadier Ben Johnson gewinnt bei den Olympischen Spielen in Seoul das 100-Meter-Finale gegen seinen großen Rivalen Carl Lewis (Vereinigte Staaten), muss seine in der Weltrekordzeit von 9,79 Sekunden gewonnene Goldmedaille später jedoch zurückgeben. Er war mit dem anabolen Steroid Stanozolol gedopt.

          1992: Katrin Krabbe, Doppel-Weltmeisterin von Tokio 1991, wird das Doping-Mittel Clenbuterol nachgewiesen. Die einjährige Sperre durch den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) wird vom Weltverband IAAF auf zwei Jahre verlängert. Münchner Gerichte erkennen später einen Schadenersatzanspruch der Sprinterin von 1,2 Millionen D-Mark an.

          1999: Linford Christie wird positiv auf Nandrolon getestet und vom Weltverband IAAF gesperrt. Der britische Verband befindet den Olympiasieger von 1992 sowie einstigen Welt- und Europameister für nicht schuldig. Christie tritt zurück und wird Trainer.

          2003: Der Brite Dwain Chambers wird nach einem positiven Test auf das Designer-Steroid THG 2003 für zwei Jahre gesperrt. 2012 darf der einstige Europameister dennoch bei Olympia in London starten. Der Internationale Sportgerichtshof Cas kippt eine Regel des britischen Olympia-Komitees, Dopingsünder lebenslang von Olympia auszuschließen.

          2003: Die amerikanische Läuferin Kelli White wird bei der WM der Einnahme des Stimulanzmittels Modafinil überführt und für zwei Jahre gebannt.

          2004: Sprinterin Torri Edwards aus den Vereinigten Staaten erhält nach der Suspendierung von White 2003 nachträglich den 100-Meter-Weltmeistertitel zugesprochen, wird ein Jahr später aber selbst mit dem Stimulanzium Nikethamid erwischt und gesperrt.

          Bilderstrecke

          2004: Die griechischen Sprinter Ekaterina Thanou und Kostas Kenteris fliehen einen Tag vor Beginn der Olympischen Spiele in Athen vor Kontrolleuren der Welt-Anti-Doping-Agentur im Olympischen Dorf und werden von Olympia ausgeschlossen. 2006 gestehen sie die Flucht, aber nicht die Dopingvorwürfe, ein. Beide werden für zwei Jahre gesperrt.

          2006: Der amerikanische Sprinter Justin Gatlin wird positiv auf Testosteron getestet. Das teilt der Weltmeister, Olympiasieger und damalige Co-Weltrekordler über 100 Meter mit. Nach anfänglichen Unschuldsbeteuerungen gibt er Doping zu und wird gesperrt. 2012 wird er nach seiner Rückkehr Hallen-Weltmeister und Olympia-Dritter über 100 Meter.

          2005: Der Internationale Sportgerichtshof Cas sperrt den früheren Weltrekordler Tim Montgomery für zwei Jahre. Der Amerikaner wurde zwar nie positiv getestet. Sein Name war zuvor im Zusammenhang mit dem Skandal um das Balco-Labor aufgetaucht. 2008 gibt er zu, mit Testosteron und menschlichen Wachstumshormonen gedopt zu haben.

          2007: Im Oktober räumt die dreimalige Olympiasiegerin Marion Jones im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens ein, jahrelang gedopt zu haben. Die Olympiasiege werden der Sprinterin im Dezember 2007 vom IOC aberkannt. Die Medaillen hatte sie bereits zurückgegeben. Wegen Meineids vor Gericht muss die Amerikanerin sogar ins Gefängnis.

          2013: Die 200-Meter-Weltmeisterin und dreimalige Olympiasiegerin Veronica Campbell-Brown aus Jamaika wird Anfang Mai positiv auf ein Diuretikum getestet. Die IAAF spricht allerdings von einem „geringfügigen Verstoß“.

          2013: Der Topsprinter Tyson Gay wird von der amerikanischen Anti-Doping-Agentur Usada über einen positiven Dopingtest informiert. Um welche verbotene Substanz es sich handelt, bleibt zunächst offen. Der dreimalige Weltmeister von 2007 und derzeit schärfste Rivale von Olympiasieger Usain Bolt erklärt, er werde nicht bei der WM in Moskau im August starten. Der frühere Weltrekordler Asafa Powell aus Jamaika und die Olympia-Zweite von 2008, Sherone Simpson, sowie drei Landsleute wurden bei den nationalen Meisterschaften ebenfalls positiv getestet. Bei Powell und Simpson wurde das Stimulanzmittel Oxilofrin gefunden.

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