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Doping-Ermittlungen nach Tour : Quintana unter Verdacht

  • -Aktualisiert am

Unter Verdacht: Nairo Quintana Bild: AFP

Nach der Königsetappe der Tour de France durchsucht die französische Polizei Hotelzimmer und Autos des Teams Arkea-Samsic. Die Aktion soll sich vorrangig gegen den kolumbianischen Profi Nairo Quintana gerichtet haben.

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          Bei der am Sonntag zu Ende gegangenen Tour de France könnte es den ersten Dopingfall eines prominenten Rennfahrers seit Jahren gegeben haben. Nach der Königsetappe in den Alpen am vergangenen Mittwoch hatte die französische Polizei Hotelzimmer und Fahrzeuge der Mannschaft Arkea-Samsic durchsucht, zwei Personen sollen sich in Gewahrsam befinden.

          Die Aktion soll sich vorrangig gegen den kolumbianischen Profi Nairo Quintana gerichtet haben. Der 30-Jährige hat in seiner Karriere schon den Giro d’Italia und die Vuelta a Espana gewonnen und galt vor der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt als Mitfavorit. Laut Staatsanwaltschaft habe die Durchsuchung zu der „Entdeckung vieler Gesundheitsprodukte, darunter auch Medikamente und vor allem eine Methode, die als Doping qualifiziert werden kann“, geführt.

          Ermittelt werde unter anderem wegen der Verschreibung einer verbotenen Substanz sowie der Hilfe bei und der Anstiftung zu der Einnahme ebendieser Substanz. Es sollen unter anderem „100 Milliliter Kochsalzlösung und Injektionsmaterial“ gefunden worden sein. Seit 2011 gilt im Radsport die sogenannte „No Needle Policy“, die jegliche Injektionen untersagt – Injektionsmaterial darf nur in Besitz von Ärzten sein.

          Die beiden in Gewahrsam genommenen Personen sollen laut Medienberichten ein Teamarzt und ein Betreuer von Arkea-Samsic sein. In einer Erklärung der Equipe mit Sitz in Rennes sagt Teammanager Emmanuel Hubert, die Untersuchung betreffe nur „eine sehr begrenzte Anzahl von Fahrern und nahe Verwandte, die nicht im Team beschäftigt sind“.

          Ins Visier der Ermittler sollen neben Quintana auch dessen Bruder Dayer sowie Winner Anacona sein, die ebenfalls zum Aufgebot von Arkea-Samsic bei der Tour gehörten. Die drei kolumbianischen Profis waren zu Jahresbeginn vom spanischen Team Movistar zum ambitionierten französischen Zweitdivisionär gewechselt. Der Tour-17. Quintana hatte sich in den Wochen vor der Frankreich-Rundfahrt stark in Form präsentiert, ein Trainingsunfall mit einem Auto in der Vorbereitung sowie ein Sturz während des Rennens hatten ihn indes ausgebremst. An diesem Sonntag plante er beim Straßenrennen der Weltmeisterschaften in Imola an den Start zu gehen.

          Der Rad-Weltverband UCI und sein Präsident David Lappartient haben sich zum Start der Straßenrad-WM explizit nicht zur Doping-Razzia bei der Tour de France und deren Folgen für die WM geäußert. Lappartient dankte den Verantwortlichen, sparte das Thema der Untersuchungen rund um das Team Arkéa-Samsic und Top-Star Nairo Quintana allerdings demonstrativ aus. Nachfragen waren nicht zugelassen. Der 47 Jahre alte Lappartient werde sich erst in den kommenden Tagen äußern, hieß es von einem UCI-Sprecher auf Nachfrage.

          Der Kolumbianer Quintana bestreitet bislang alle Vorwürfe und soll in Imola an den Start gehen. Der bislang letzte offiziell entdeckte Doper bei der Tour war der Italiener Luca Paolini 2015 – wegen Kokainmissbrauchs. Davor war der Luxemburger Fränk Schleck 2012 aufgeflogen. Im Frühjahr waren Doping-Kontrollen wegen der Pandemie über Wochen ausgesetzt worden. Leistungssteigerungen werden etwa mit Hilfe von Anabolika auch lange vor Wettbewerben vorbereitet. Sie reduzieren die Regenerationszeit und erlauben ein längeres und intensiveres Training.

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          Unser Autor: Martin Benninghoff

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