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„Kein Staatsdoping“ : Russland gibt nichts zu

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Die Sanktionen gegen das ROC sind aufgehoben, doch Russland will das mögliche „Staatsdoping“ nicht zugeben. Bild: dpa

Die Russische Anti-Doping-Agentur Rusada bleibt weiter suspendiert, obwohl die Sperre des Russischen Olympischen Komitees aufgehoben ist. Auch weil dessen Präsident mit einer Aussage für Aufsehen sorgt.

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          Russland wird nicht zugeben, dass der Staat das Doping-Vertuschungsprogramm seines Sports unterstützt hat. Mit dieser Aussage wird Alexander Schukow, der Präsident des Russischen Olympischen Komitees (ROC), von der Sportzeitung „Sport Express“ zitiert. Ein Anerkennen des McLaren-Berichts, der Beweise für ein staatlich orchestriertes Doping-System geliefert hat, gehört zu den Forderungen der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada, ohne deren Erfüllung sie die Suspendierung der Russischen Anti-Doping-Agentur (Rusada) nicht aufheben will.

          Eine andere ist der Zugang zu im Moskauer Labor gelagerten Doping-Proben. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) stellte keine solche Forderung, bevor es die Sperre des ROC am vergangenen Mittwoch aufhob. „Der Fahrplan für die Wiederherstellung der Rusada ist erfüllt, mit der Ausnahme von zwei Punkten“, wird Schukow zitiert. „Der erste ist die Anerkennung der Schlussfolgerungen des McLaren-Reports, die nicht erfolgen kann, weil er behauptet, ein Doping-System wurde vom russischen Staat unterstützt, was nicht stimmt. Der Bericht der IOC-Kommission unter der Führung von Samuel Schmid sagt direkt, dass ein solches System nicht existierte.“

          Tatsächlich wird im Bericht des vom IOC beauftragten ehemaligen Schweizer Bundesrats festgestellt, dass er „keine dokumentierten, unabhängigen und unparteiischen Beweise gefunden habe, die die Unterstützung oder die Kenntnis des Systems durch die höchste Staatsführung bestätigten“. Im Bericht wird aber auch deutlich, dass das russische Sportministerium die Verantwortung für das Doping-System trug. Im McLaren-Report wird belegt, dass der Austausch russischer Proben während der Spiele 2014 in Sotschi mit Hilfe des russischen Geheimdienstes FSB ausgeführt wurde. Der Zugang zum Moskauer Labor wiederum hänge davon ab, wie eine kriminalistische Untersuchung gegen den Informanten Gregorij Rodtschenkow ausgehe, der sich in den Vereinigten Staaten im Zeugenschutz befindet.

          Rodtschenkow, ehemaliger Leiter des Labors, hatte behauptet, dass Russlands Präsident Putin über das Doping-Programm informiert gewesen sei. Der Nachrichtenagentur Tass sagte Schukow, dass ein Boykott der Winterspiele 2018 in Pyeongchang nie ein Thema gewesen sei – das ROC war von Olympia ausgeschlossen, 169 Athleten wurden allerdings vom IOC eingeladen, unter neutraler Flagge zu starten. „Viele haben die möglichen Konsequenzen des Boykotts unterschätzt. Das Ergebnis hätte eine Sperre für vier Olympische Spiele sein können und damit die komplette sportliche Isolierung des Landes.“

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