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Doping-Ring : Deutsche kritisieren „offensichtliches Systemversagen“

Wie gut ist das Anti-Doping-System wirklich? Bild: dpa

Spitzensportler erheben Vorwürfe gegen Sport- und Anti-Doping-Institutionen. Sie fordern mehr Mitsprache und eine frühzeitige Einbindung bei der ihrer Ansicht nach „überfälligen“ Reform des Anti-Doping-Systems.

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          Die deutschen Spitzensportler werfen nationalen wie internationalen Sport- und Anti-Doping-Institutionen „offensichtliches Systemversagen“ vor und fordern mehr Mitsprache und eine frühzeitige Einbindung bei der ihrer Ansicht nach „überfälligen“ Reform des Anti-Doping-Systems. Dieses müsse national wie international „unabhängig vom System Leistungssport“ sein.

          Angesichts des Skandals um den wegen dringenden Doping-Verdachts in Untersuchungshaft genommenen Erfurter Mediziner Mark S. sowie der Razzien in Seefeld und Erfurt in der vergangenen Woche begrüßte die Interessenvertretung Athleten Deutschland e.V. in einer Pressemitteilung die „konsequente Strafverfolgung“. „Die Äußerungen der Sportverbände, einschließlich der Rufe nach ,drakonischen Strafen‘, sind allerdings nicht geeignet, das erschütterte Vertrauen in das Anti-Doping-System wiederherzustellen“, heißt es darin. „Es hat sich gezeigt, das Hinweise aus der Szene weitaus effektiver sind als Anti-Doping-Kontrollen.

          Systematische Versäumnisse im betreuenden Umfeld von Athleten und Athletinnen – einschließlich Ärzten – lassen Doping-Netze wachsen“, wird Präsidiumsmitglied Jonathan Koch zitiert. Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DSOB), hatte am Montag der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die sportliche Sanktionierung gesagt: „Die Härte der Strafe für solche Verstöße kann im Grunde nicht groß genug sein.“ Drohende Haftstrafen seien „drakonische Formen der Bestrafung, die hoffentlich die dringend erforderliche, stark abschreckende Wirkung für alle anderen haben“.

          Amélie Ebert, wie Koch Präsidiumsmitglied von Athleten Deutschland, forderte mehr Mitsprache für Sportler. „In Anbetracht des offensichtlichen Systemversagens fordern wir, dass die Athletinnen und Athleten bei der Diskussion über jetzt anstehende und längst überfällige Änderungen im Anti-Doping-System von Beginn an auf Augenhöhe einbezogen werden müssen.“ Die Einführung von Präventions- und Kontrollmaßnahmen, die Funktionäre und Betreuungspersonal betreffen, sei „überfällig“.

          Ziel müsse es sein, einen effektiven Mechanismus zu etablieren, der Hinweisgeber schütze. Günter Younger, der Chefermittler der Welt-Anti-Doping-Agentur, hatte Anfang des Jahres in einem Interview mit der Tageszeitung „Neues Deutschland“ gesagt, wegen eines noch zu kleinen Ermittlungsteams seien die meisten der 434 Fälle, zu denen es Hinweise seit Oktober 2016 bei der Wada-Hotline gegeben habe, an Polizeibehörden, Sportverbände oder Nationale Anti-Doping-Organisationen weitergeleitet worden.

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