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DDR-Vergangenheit und Doping : Frank Ullrich wird begutachtet

Frank Ullrich Bild: dpa

Frank Ullrich, der Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, hat einem Gutachten über seine mögliche Doping-Verstrickung zugestimmt. Die Opfer haben sich mehr Eigeninitiative erhofft.

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          Frank Ullrich, Vorsitzender des Sportausschusses des Bundestages, hat zugestimmt, dass ein Gutachten über seine mögliche Doping-Verstrickung erstellt wird. Das bestätigte er am Donnerstag mit dem Hinweis, bereits vor der Sitzung auf einen entsprechenden Vorschlag der SED-Opferbeauftragten, Evelyn Zupke, eingegangen zu sein.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Ullrich, Abgeordneter für die SPD aus dem Thüringer Wald, ist Biathlon-Olympiasieger von 1980 und wurde noch in der DDR Trainer. Ullrich stimmte dem entsprechenden Vorschlag der SED-Opferbeauftragten des Bundes, Evelyn Zupke, zu; sie war am Mittwoch Gast der nicht öffentlichen Ausschusssitzung. Zupke hat eine Gutachterin vorgeschlagen und Leitfragen vorlegt.

          Ullrich wird auf Einladung von Zupke Geschädigte von DDR-Zwangsdoping treffen. Die Opferbeauftragte teilte dem Ausschuss mit, sie habe Einsicht in Unterlagen der Staatssicherheit der DDR über Doping im Umfeld der Biathlon-Auswahl der DDR genommen. Da es nicht um eine Vielzahl von Einzelfällen gehe, sondern um ein System, sei die Klärung der Rolle von Ullrich, sowohl in seiner Zeit als Sportler als auch als Trainer, von zentraler Bedeutung.

          Sie hätte sich gewünscht, sagte sie laut schriftlichem Statement, dass er den Schritt zur konsequenten Aufklärung früher gegangen wäre: „Man muss nicht erst zum Sportausschussvorsitzenden des Bundestages gewählt werden, um sich auch mit diesem Teil der eigenen Biografie tiefer auseinander zu setzen.“

          Ullrich bestreitet, je mit Doping in Berührung gekommen zu sein. Wegen der Vorwürfe hat er dennoch seinen Sitz im Aufsichtsrat der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) aufgegeben. Philipp Krämer von den Grünen, der stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses, sagte, er hoffe, dass das Gutachten bis Herbst vorliege „und wir uns anderen Themen widmen können.“

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