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Contador und der Cas : Räder für Israel

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Training an ungewöhnlichem Ort: Contador Anfang Dezember 2011 in Jerusalem Bild: REUTERS

Cas verschiebt seine Urteile in den Fällen Alberto Contador und Jan Ullrich. Der Spanier werde zumindest bevorzugt behandelt, argwöhnt die Konkurrenz.

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          In der kommenden Woche, am 23. Januar, wird es ernst für Alberto Contador. Der spanische Radprofi startet bei der Tour de San Luis im sommerlichen Argentinien. Die Saison beginnt, die Vorbereitung auf Contadors großes Ziel, seinen vierten Sieg bei der Tour de France im Sommer, findet nicht mehr nur im Training statt.

          Ob aber der Start in Südamerika sinnvoll ist, ob überhaupt noch weitere Rennen in diesem Jahr hinzukommen, erfährt Contador erst eine Woche später. Der Internationale Sportgerichtshof Cas hat die eigentlich für diese Woche erwartete Entscheidung über Contadors positive Clenbuterolprobe bei der Frankreich-Rundfahrt 2010 noch einmal verschoben, nun auf Ende Januar. Noch länger muss Jan Ullrich auf sein Urteil bezüglich seiner Verstrickung im Skandal um Dopingarzt Eufemiano Fuentes über fünf Jahren warten – der Cas verschob die Veröffentlichung auf den 10. Februar.

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          Warten aufs Urteil: Der Cas in Lausanne :

          Ende November vergangenen Jahres hatten die drei Richter im Fall Contador, der Israeli Efraim Barak, der Deutsche Ulrich Haas und der Schweizer Quentin Byrne-Sutton die Anhörung abgeschlossen, seither wird auf ein Urteil gewartet. Sollten die Richter von einem Dopingvergehen Contadors überzeugt sein, drohen dem Spanier bis zu zwei Jahre Sperre. Contador, der seinen erhöhten Clenbuterolwert auf den Verzehr eines verunreinigten Stücks Kalbfleisch zurückführt, trainierte unterdessen unverdrossen - wie üblich auf den Balearen und den Kanarischen Inseln, aber auch in Israel. Ausgerechnet Israel, das stieß der Konkurrenz von Contadors Saxo-Bank-Equipe übel auf und sorgt nun offenbar für die neuerliche Verzögerung des Urteilsspruchs am Cas.

          Beccas Mutmaßungen

          Denn Flavio Becca, Sponsor des RadioShack-Nissan-Teams, argwöhnte in der vergangenen Woche gegenüber Luxemburger Tageszeitungen, mit der Unabhängigkeit der Contador-Richter könne es nicht allzu weit her sein, wenn der mutmaßliche Delinquent als Kapitän seiner Mannschaft in der Heimat des vorsitzenden Richters trainieren und sogar Politikern die Hände schütteln dürfe.

          In der Tat war Israel bislang nicht eben als heißes Pflaster für trainierende Pedaleure bekannt, Saxo Bank aber begann die Saisonvorbereitung dort unmittelbar nach Contadors Anhörung in Lausanne und half zugleich noch, eine Radsportschule für jüdische und muslimische Jugendliche aufzubauen. So viel Engagement scheint Becca jedenfalls zuviel – er glaube, alles sei schon entschieden, zitierte das „Tageblatt“ Becca mit Blick auf Contadors Fall.

          Nach diesen Mutmaßungen gab der Cas nun nach eigenen Angaben allen Verfahrensbeteiligten - neben Contador sind das der Internationale Radverband UCI, der spanische Verband und die Welt-Anti-Doping Agentur Wada - Gelegenheit, Einwände gegen die Unabhängigkeit des Gerichts zu erheben und verzögerte so die Urteilsfindung abermals. Tatsächlich aber hatte offenbar keine Partei etwas an der Besetzung der Gerichts auszusetzen – jedenfalls für den Moment. Nicht ausgeschlossen, dass es nach der Urteilsverkündung bei dem ein oder anderen zu einem plötzlichen Meinungsumschwung kommt.

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