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Clenbuterol : Gefahr in Mexiko

Ein Opfer von Clenbuterol: der mexikanische Nationaltorwart Guillermo Ochoa Bild: picture alliance / dpa

Fleisch aus Mexiko ist eine Doping- und Gesundheitsfalle. Der Fifa-Chefmediziner hat es erkannt, die Regierung musste es zugeben. Doch wieso sollte das Kölner Labor dies verschweigen?

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          Jiri Dvorak spricht von der Aufdeckung eines "Gesundheitsproblems". Der Chefmediziner des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa) würde aber auch nichts aufbauschen, falls er die Ergebnisse seiner Recherchen als einen Skandal bezeichnen würde. Demnach sind 30 Prozent der mexikanischen Fleischproduktion mit dem Kälbermastmittel Clenbuterol kontaminiert.

          Anno Hecker
          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          "Das ist schockierend", sagt Professor Dvorak: "Ich als Arzt muss dabei an die vielen Kinder denken, die das Fleisch essen." In seiner Eigenschaft als Verbandsmediziner aber auch an Spitzensportler, die bei einem Aufenthalt in Mexiko Gefahr laufen, in die wohl größte Doping-Falle zu tappen. "Die Wahrscheinlichkeit, nach dem Genuss von Fleisch in Mexiko positiv getestet zu werden, ist sehr, sehr hoch", fügte Dvorak hinzu.

          Damit soll nun Schluss sein. Dvorak wird an diesem Montag in einer Telefonkonferenz "alle Fakten" auf den Tisch legen. Und dabei kaum verhehlen können, dass die Welt-Antidoping-Agentur (Wada) ihrer Fürsorgepflicht gegenüber den Athleten nicht nachgekommen ist. Bis zum vergangenen Mittwoch hat die Wada wider besseres Wissen keine Warnung vor dem Genuss von Fleisch in Mexiko herausgegeben. Am Sonntag war sie zu einer Stellungnahme nicht zu erreichen.

          Dvorak kann Tacheles reden, weil er sich nach positiven Tests von fünf mexikanischen Fußballprofis vor dem Gold Cup im Juni in den Vereinigten Staaten eingehend mit dem Clenbuterol-Phänomen beschäftigt hat. Das Mittel ist spätestens seit dem Fall der Sprinterin Katrin Krabbe 1992 unter Sportkennern ein Begriff. In hoher Dosierung über einen längeren Zeitraum eingenommen, hat es eine leistungssteigernde Wirkung.

          Auftakt zu einer peinlichen Befragung der Wada

          Und so wurden die fünf Kicker auch gleich als Doper stigmatisiert, vom Turnier und damit vom Erfolgserlebnis ausgeschlossen: Mexiko siegte. Jetzt sind sie rehabilitiert. Am Donnerstag zog die Wada ihren Einspruch gegen den Freispruch der fünf vor dem Internationalen Sportgerichtshof zurück.

          Dieser Schlusspunkt aber ist nichts anderes als der Auftakt zu einer peinlichen Befragung der Wada: Denn die Verseuchung von Fleisch mit Clenbuterol auch in Mexiko ist lange bekannt. Im April warnten das Manfred-Donike-Institut und das Zentrum für Präventive Dopingforschung in Köln über eine Meldung der Nationalen Anti-Doping-Agentur aus Bonn ausdrücklich vor der Gefahr in Mexiko.

          „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, das aufzuarbeiten“

          "Gott sei Dank hat die Nada diese Meldung herausgegeben", sagt Dvorak, "ohne diese Nachricht wären wir hereingefallen." Die Mexikaner würden eine zweijährige Sperre absitzen. Aber Dvorak tat, was eigentlich Aufgabe der Wada gewesen wäre. "Wir haben uns bei der Fifa zur Aufgabe gemacht, das gründlich aufzuarbeiten."

          Dvorak ließ die Tests in den Vereinigten Staaten wiederholen. Und siehe da: Bei vier weiteren Spielern, insgesamt bei neun von vierzehn, wurde Clenbuterol gefunden. Nachdem die Regierung Mexikos im April gegen die Veröffentlichung der Kölner Warnung protestiert hatte, knickte sie nun ein. In einer Pressekonferenz am 1. Juli mit dem Fifa-Arzt bestätigte Mexikos Gesundheitsministerium ein Clenbuterol-Problem.

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