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Clemens Prokop in der F.A.Z. : DLV-Präsident fordert härtere Doping-Strafen

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Ein Jurist spricht über Strafmaße: DLV-Präsident Clemens Prokop Bild: dpa

Der DLV-Präsident schaltet sich zu Beginn der Leichtathletik-WM in die Doping-Debatte ein: Clemens Prokop fordert in der F.A.Z. ein Anti-Doping-Gesetz und härtere Strafen bis hin zum Ausschlus von Verbänden von Meisterschaften.

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          Vor Beginn der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Moskau hat  Clemens Prokop, der Präsident des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV),  seine Forderung nach einem Anti-Doping-Gesetz in Deutschland bekräftigt. „Bevor wir über Länder wie Jamaika die Nase rümpfen, müssen wir erst einmal kritisch prüfen: Schöpfen wir in Deutschland alle Möglichkeiten im Anti-Doping-Kampf aus? Ich glaube, dem ist nicht so. Ich bin aber erfreut, dass die Justizministerkonferenz des Bundes und der Länder fordert, dass auch gegen dopende Sportler strafrechtlich vorgegangen werden muss. Der Sport muss in seinem eigenen Interesse alles dafür tun, dass im Kampf gegen Doping alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden“, sagte Prokop der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitagausgabe)

          Zugleich forderte Prokop eine Harmonisierung der strafrechtlichen Verfolgung des Betrugs im globalen Sport: „Wir müssen auch national und international den Staat systematisch mit einbeziehen. Warum nicht eine internationale Harmonisierung bei einem Anti-Dopinggesetz und eine Art Interpol des Anti-Doping-Kampfes einrichten? Nur wenn wir Instrumente wie die der zwangsweisen Zeugenbefragung, der Durchsuchung, auch der Telefon-Abhörung haben, können wir die Glaubwürdigkeit deutlich verbessern.“

          Mit Blick auf zahlreiche aktuelle Dopingfälle in der Leichtathletik forderte Prokop die Möglichkeit des Ausschlusses einzelner Verbände von internationalen Meisterschaften, wenn diese kein funktionierendes Kontrollsystem betrieben. „Das wäre ein Druck, der ganz schnell dafür sorgen würde, dass vom Staat die erforderlichen Mittel im Anti-Doping-Kampf bereitgestellt würden“, sagte Prokop der F.A.Z.

          Er  forderte  eine bessere Ausstattung der Nationalen Anti-Doping Agentur (Nada). „Wir haben auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)  im vergangenen Dezember den Antrag gestellt, einen Teil des stattlichen DOSB-Gewinnes in die Nada zu investieren, um allein das strukturelle Defizit für 2013 zu tilgen. Es ging um 500.000 Euro. Aber der Antrag wurde von der DOSB-Mitgliederversammlung abgeschmettert. Bis heute ist für mich nicht erkennbar, wie die Finanzierung der Nada gestemmt werden soll. Die Nada kommt so ein bisschen im Bettelgewand daher, dabei müsste sie unser weißer Ritter im Luxusornat sein. Das ist kein gutes Zeichen für die Glaubwürdigkeit.“ Einstweilen sei die Arbeit der Nada ein „Hase-und-Igel-Spiel“: „Wenn wir im Jahr 2012 bei 9000 Kontrollen auf acht positive Fälle kommen, ist das einfach unrealistisch.“

          Das vollständige Interview mit Clemens Prokop lesen Sie am Freitag, den 9. August, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung oder ab 21 Uhr in der e-paper-Ausgabe der F.A.Z.

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