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Chronologie : Ullrich und die „Operacion Puerto“

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Die Blutbeutel aus dem Kühlschrank Fuentes Bild: AP

Entgegen allen Beteuerungen stammen die in der spanischen Dopingaffäre sichergestellten Blutbeutel doch von Jan Ullrich. Damit ist ein weiterer Höhepunkt des am 25. Mai 2006 als „Operacion Puerto“ bekannt gewordenen Falls erreicht.

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          Entgegen allen Beteuerungen von Jan Ullrich stammen die in der spanischen Dopingaffäre sichergestellten Blutbeutel von dem 33 Jahre alten deutschen Radsportstar. „Ein Abgleich mit Ullrichs DNA-Probe hat das zweifelsfrei ergeben“, sagte der Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft Jörg Schindler am Dienstag. Die „Operacion Puerto“ (Operation Bergpass) im Zeitraffer:

          25. Mai 2006: Der spanische Radiosender „Cadena Ser“ berichtet über die „Operacion Puerto“, bei der seit Anfang Mai gegen ein Doping-Netzwerk um den Madrider Arzt Eufemiano Fuentes ermittelt wird. Dieser und fünf weitere Personen werden vorübergehend festgenommen.

          26. Juni 2006: Laut der spanischen Zeitung El Pais zählen 51 Radprofis zu den Fuentes-Klienten, darunter auch Ullrich (T-Mobile) und Italiens Girosieger Ivan Basso (CSC). Die Ermittler sollen mehrere Telefonate von Ullrich-Betreuer Rudy Pevenage mit Fuentes mitgeschnitten haben. Außerdem weisen verschiedene Code-Namen auf den Deutschen hin („Jan“, „Rudis Sohn“, „Nummer 1“).

          30. Juni 2006: Ullrich und Basso werden am Tag vor dem Tour-Start in Straßburg von ihren Teams aus dem Aufgebot genommen, nachdem sie die spanischen Untersuchungsdokumente erhalten haben.

          20. Juli 2006: Die Bielefelder Rechtsprofessorin Britta Bannenberg stellt Strafanzeige gegen Ullrich bei der Staatsanwaltschaft Bonn wegen „Betruges zum Nachteil des Arbeitgebers“.

          16. August 2006: Der Schweizer Radsportverband, mit dessen Lizenz Ullrich fährt, leitet eine Doping-Untersuchung gegen den Deutschen ein.

          30. August 2006: T-Mobile und Ullrich lösen „einvernehmlich“ den bis Ende 2006 laufenden Vertrag auf.

          13. September 2006: Die Schweizer Polizei führt eine Hausdurchsuchung in Ullrichs Villa in Scherzingen durch.

          19. Oktober 2006: Ullrich tritt aus dem Schweizer Verband aus und verliert damit seine Profi-Lizenz.

          01. Februar 2007: Ullrich gibt bei der Polizei in Konstanz eine DNA-Probe ab, die beim Bundeskriminalamt Wiesbaden hinterlegt wird.

          13. Februar 2007: Das Hamburger Landgericht untersagt dem Heidelberger Dopingexperten Werner Franke die Behauptung, Ullrich habe mindestens 35.000 Euro für Dopingmittel oder Betreuung an Fuentes gezahlt.

          26. Februar 2007: Ullrich gibt in Hamburg seinen Rücktritt vom aktiven Radsport bekannt.

          12. März 2007: Das Gericht in Madrid stellt das Fuentes-Verfahren mit dem Hinweis ein, es habe zwar Doping gegeben, dies sei jedoch strafrechtlich nicht verboten gewesen. Der Einspruch gegen die Einstellung läuft noch.

          03. April 2007: Der Bonner Staatsanwalt Friedrich Apostel bestätigt, dass der Vergleich zwischen neun Blutbeuteln aus Madrid und Ullrichs DNA-Probe „zweifelsfrei“ eine Übereinstimmung ergeben habe.

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