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Kürzere Strafe für Scharapowa : „Das ist einer meiner glücklichsten Tage“

  • Aktualisiert am

Maria Scharapowa darf vom 26. April 2017 an wieder Tennis spielen. Bild: dpa

Maria Scharapowa wurde nach einem positiven Doping-Test für zwei Jahre gesperrt. Nun wird die Strafe deutlich verkürzt. Pünktlich vor einem großen Turnier darf die Russin damit wieder spielen.

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          Der Internationale Sportgerichtshof Cas hat die Sperre für Maria Scharapowa wegen Dopings um neun auf 15 Monate verkürzt. Das teilte der Cas am Dienstag mit. Die ehemalige Erste der Tennis-Weltrangliste wird demnach vom 26. April 2017 wieder an Turnieren teilnehmen dürfen, rund sechs Wochen vor dem Beginn der Offenen Französischen Meisterschaften in Paris.

          Bei der Analyse eines Doping-Tests während der Offenen Australischen Tennis-Meisterschaften im Januar waren Spuren der Abbauprodukte der Substanz Meldonium gefunden worden. Scharapowa hatte daraufhin im Frühjahr zugegeben, das seit dem 1. Januar auf der Liste der im Sport verbotenen Substanzen stehende Mittel in Form des Medikaments Mildronat eingenommen zu haben.

          Die 29 Jahre alte Russin wurde für zwei Jahre vom Internationalen Tennis-Verband gesperrt, legte aber beim Cas Einspruch gegen das Urteil ein. Der Cas begründete die Reduzierung unter anderem mit seiner Feststellung, dass Scharapowa das Medikament lange „legal“ eingenommen, es über einen großen Zeitraum von ihren Betreuern erhalten hatte und im Januar glaubte, dabei nicht gegen die Regeln zu verstoßen. „Das ist einer meiner glücklichsten Tage“, sagte Scharapowa.

          Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) hatte Mitte September auf das Verbot zum 1. Januar hingewiesen. Trotzdem waren in den ersten Wochen rund 170 Sportler aus Osteuropa positiv getestet worden. Meldonium ist ein in Lettland entwickeltes Mittel für Menschen mit Herzproblemen. Nach Ansicht der Wada kann es die Blutzirkulation anregen, die Sauerstoffversorgung der Zellen und dadurch die Ausdauer verbessern. Der Hersteller in Lettland beteuert, dass es kein Doping-Mittel im klassischen Sinne sei.

          Auch in Deutschland gibt es Wissenschaftler mit Einblick in die Doping-Welt, die an der Wirkung des Medikamentes im Sinne einer Leistungssteigerung bei gesunden Spitzensportlern zweifeln. Die große Verbreitung unter Athleten in Osteuropa legte den Verdacht nahe, dass Sportler einen Schub wahrnahmen oder sich zumindest von der Einnahme eine entsprechende Wirkung versprachen. Der Umgang mit dem Herzmedikament ist ein weiterer Beleg für die grundsätzliche Bereitschaft von Spitzensportlern, ihre Leistungen auch mit Hilfe jeder Art Pharmaka zu fördern.

          Scharapowa beteuerte aber, allein aus therapeutischen Gründen zugegriffen zu haben. Dass Meldonium bei deutschen Sportlern keine Rolle spielte, hängt mit der fehlenden Zulassung zusammen. Es gibt aber vergleichbare Phänomene. Vor sechs Jahren fiel eine Gruppe auf, die sich ihr Blut bei einem Erfurter Arzt bestrahlen ließ, in der Hoffnung, Stärke daraus ziehen zu können. Die umstrittene Methode wurde 2011 endgültig verboten.

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