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Ben Johnson : Das Bauernopfer der Doping-Geschichte

Mehr als ein Fingerzeig: Ben Johnson (vorne, vor Carl Lewis) bei seinem später annullierten Sieg im olympischen 100-Meter-Finale von 1988. Bild: Picture-Alliance

Ben Johnson war der größte Knall in der Geschichte des Dopings im olympischen Sport: Auch dreißig Jahre nach dem „dreckigen“ 100-Meter-Lauf während der Sommerspiele in Seoul hat sich die Reaktionsmethode des Sports nicht geändert.

  • -Aktualisiert am
          6 Min.

          Wahrscheinlich hat noch kein Endlauf über 100 Meter eine derartige Spannung produziert. Das Teilnehmerfeld war hochkarätig und schnell. Auf Bahn eins machte sich der Brasilianer Robson da Silva warm. Auf Bahn zwei pellte sich der Jamaikaner Ray Stewart aus seinem Trainingsanzug. Rechts daneben konzentrierte sich der Amerikaner Carl Lewis als einer der Favoriten auf die Herausforderung, nachdem er vier Jahre zuvor bei den Olympischen Spielen in Los Angeles zur überragenden Figur der Leichtathletik geworden war. Eine Bahn weiter machte sich der Engländer Linford Christie bereit. Neben ihm: der Amerikaner Calvin Smith. Dann war da – auf Bahn sechs – die Hauptattraktion: der kanadische Weltrekordhalter und Weltmeister Ben Johnson. Dazu Landsmann Desai Williams sowie mit Dennis Mitchell der dritte Amerikaner im Feld.

          Das Olympiastadion von Seoul war am 24. September 1988 dicht besetzt. 90.000 Zuschauer. Angelockt von der Faszination eines Wettkampfs großer Rivalen, der zu Ende sein würde, ehe man auch nur tief Luft holen konnte. Wie die Sache ausging, ist bekannt: Als Johnson als Erster über die Ziellinie stürmte, vergewisserte er sich kurz, dass er seinen Rivalen Lewis abgehängt hatte, reckte demonstrativ den rechten Arm mit dem ausgestreckten Zeigefinger in den Himmel. Die Stoppuhr blieb bei 9,79 Sekunden stehen: Weltrekord. Eine Leistung, für die der Kanadier auf den ersten 40 Metern das Fundament gelegt hatte.

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