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Anti-Doping-Koalition : Nichts mehr zu sagen

  • -Aktualisiert am

In Zukunft dürfen sich Staatsanwälte betrügende Athleten vorknöpfen. Die potentielle große Koalition will ein entsprechendes Gesetz formulieren.

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          Das ist ein Coup: Die potentielle große Koalition will im Kampf gegen Doping ein Gesetz formulieren, in dem möglicherweise die Einführung des „Straftatbestandes Besitz“ ohne Einschränkungen steht, mindestens aber ein „Straftatbestand Betrug“ fixiert werden soll. So oder so gibt es eine neue Situation: In Zukunft dürfen sich Staatsanwälte auch die Zentralgestalten der Manipulation vorknöpfen, die betrügenden Athleten. Bisher kamen sie nicht an diese Typen heran. So wie der Sport, dessen Kontrollsystem nicht effektiv genug ist, um Tricksern nur annähernd auf die Schliche zu kommen.

          Für die sauberen Sportler ist die Entscheidung der Politiker eine sehr gute Nachricht. Auch wenn die Umsetzung der Absicht(en) unter dem Vorbehalt der juristischen Umsetzbarkeit steht. Der Weg ist noch weit. Aber unabhängig von der Frage, ob sich SPD und kurioserweise CSU (Besitzstrafbarkeit) durchsetzen oder die CDU „nur“ den „Betrug“ etabliert, ist eines sicher: Im jahrelangen Rennen um die Dominanz in der Sportpolitik liegen nun die Parlamentarier weit vorne.

          In den vergangenen Jahren gab die Führung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) den Weg vor. Sie weigerte sich erfolgreich gegen jeden Versuch, beim Kampf gegen Doping die Hilfe des Staates zu fordern, obwohl der Sport mit dieser Aufgabe überfordert ist. Von Jahr zu Jahr schwand die Glaubwürdigkeit. Deshalb beschloss man Mitte Oktober, aus der „Defensive“ herauszukommen.

          Sie mündete in einen am Mittwoch eilig veröffentlichten Antrag des DOSB-Präsidiums für die Mitgliederversammlung Anfang Dezember. Die Strafe für Dealer soll verschärft und über die bislang unzureichenden Bestimmungen im Arznei-Mittelgesetz eine neue Überschrift gesetzt werden: Anti-Doping-Gesetz. Der DOSB kann das immer noch tun. Offensichtlich aber hört der Gesetzgeber nicht mehr zu.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

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