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Anti-Doping-Kampf : Starke Zweifel an Vierjahressperre

  • Aktualisiert am

Neuer Wada-Präsident: Craig Reedie Bild: AP

Der neue Welt-Anti-Doping-Kodex sieht vor, dass Anabolika- und Blut-Doping von 2015 an mit einer vier- statt zweijährigen Suspendierung geahndet werden.

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          Der neue Welt-Anti-Doping-Kodex, der am Freitag zum Abschluss des Anti-Doping-Gipfels in Johannesburg verabschiedet wurde, stößt in Deutschland auf erhebliche rechtliche Bedenken. Zweifel werden an der Durchsetzbarkeit der verschärften Regelsperre angemeldet: Anabolika- und Blut-Doping werden vom 1. Januar 2015 an mit einer vier- statt zweijährigen Suspendierung geahndet. „Es ist ein falscher Weg. Durch die Höhe der Sperre lassen sich Athleten nicht abschrecken, so lange sie darauf vertrauen können, nicht erwischt zu werden. Das ist Augenwischerei“, kritisierte Clemens Prokop, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes.

          Das Münchener Landgericht hatte 2001 eine gegen die Sprinterin Katrin Krabbe verhängte dreijährige Sperre als nicht zulässig erklärt und ihr Schadensersatz zugesprochen. Auch die deutsche Anti-Doping-Agentur Nada hatte bis zuletzt die vierjährige Sperre als Verstoß gegen das Prinzip der Verhältnismäßigkeit kritisiert, sich in Johannesburg aber nicht durchsetzen können. „Es wird sich zeigen, ob vier Jahre rechtlich durchzusetzen sind“, sagte die frühere Bundestags-Sportausschussvorsitzende Dagmar Freitag. „Der Fall Krabbe hat gezeigt, dass es gegen die Verhältnismäßigkeit ist. Diese Begründung gilt nach wie vor.“

          Craig Reedie neuer Wada-Präsident

          Das Bundesinnenministerium (BMI), unter dessen Ägide mehr als 60 von rund 2000 Änderungsvorschlägen für den Kodex der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) gemacht wurden, begrüßte die Vierjahressperre. Staatssekretär Christoph Bergner erklärte allerdings, er sei „gespannt, wie die Sanktion rechtsstaatlich verhältnismäßig umgesetzt werden wird“.

          Wichtige Neuerungen sind zudem erweiterte Sanktionen gegen Trainer und Betreuer, flexiblere Strafen und die verbesserte Einflussnahme auf Testprogramme der Sportarten und Länder. Zum Abschluss des Gipfels wurde wie erwartet der Brite Craig Reedie zum Nachfolger des Australiers John Fahey als Wada-Präsident gewählt. Der Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees tritt sein Amt am 1. Januar 2014 an.

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