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Anti-Doping-Kampf : Die Lücken der Nada

  • -Aktualisiert am

Wo liegt die Wahrheit? Auch die Nada-Vorsitzende Andrea Götzmann weiß es nicht genau. Bild: dpa

So sieht deutscher Anti-Doping-Kampf aus: Die Nada beklagt bei ihrer Jahresbilanz 2013 ein altes Dilemma - zu wenig Geld und und zu wenige Kontrollen.

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          „Wer weiß, wo die Wahrheit liegt?“, fragte Andrea Gotzmann. Selbst die Vorstandsvorsitzende der Nationalen Anti-Doping-Agentur Deutschlands (Nada) tappt im Dunkeln, wenn sie nach der Zahl der Doper unter rund 8000 Spitzensportlern in Deutschland gefragt wird.

          Anno Hecker
          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Die nackten Daten bieten zu viel Interpretationsspielraum: Rund 13.400 Doping-Proben deutscher Sportler sind 2013 in Deutschland analysiert worden. In 53 Fällen fanden die Analytiker verbotene Substanzen. 50 stammten aus den 5311 Wettkampfkontrollen des deutschen Sports, nur drei aus den 8106 Trainingsproben der Nada, das entspricht etwa 0,04 Prozent. Frau Gotzmann räumte ein, dass Doper mit Mikrodosierungen der klassischen Dopingmittel wie Anabolika Zeitfenster nutzen können.

          Problem: Der neue Kodex

          Ausgerechnet die Modernisierung der weltweiten Anti-Doping-Regelungen durch die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) wird es nun noch schwerer machen, Athleten auch nachts aus allen Träumen zu reißen.

          Der von 2015 an gültige, neue Kodex verlangt nun eine Begründung für die Kontrolle eines Sportlers zwischen 23 Uhr abends und 6 Uhr morgens. Solche Besuche der Dopingfahnder waren schon bislang heikel und führten immer wieder zu großer Empörung. Der Organismus ist aber in der Lage, während der „Nachtruhe“ Mikrodosierungen bestimmter Substanzen so weit abzubauen, dass eine Kontrolle am Vormittag zunächst negativ ausfallen würde.

          Zu viel Selbstkontrolle

          Die Nada muss aber noch ganz andere Lücken schließen. Denn 35 der 62 Spitzenverbände im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) kontrollieren ihre Sauberkeit (bei Wettkämpfen) immer noch selbst, anstatt die Verantwortung der Nada (zuständig für alle Trainings- und 2013 für 1260 Wettkampfkontrollen) zu übergeben und sich dem Anschein der Interessenskollision zu entziehen.

          Außerdem ist der wegen der Wada-Vorgaben erhöhte Nada-Etat für 2015, zehn Millionen Euro inklusive 1,9 für Forschung der beiden deutschen Labore, noch nicht gedeckt.

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