https://www.faz.net/-gu9-y8br

Anti-Doping-Agentur : Nada-Chef Wewer gibt sein Amt auf

Neuer Geschäftsführer gesucht: Göttrik Wewer will bei der Nada nicht weiterarbeiten Bild: dpa

Die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) muss sich schon wieder nach einem neuen Geschäftsführer umsehen: Göttrik Wewer hat das Amt, als dritter Nada-Geschäftsführer seit 2007, überraschend aufgegeben. Das Verhältnis zwischen ihm und der Belegschaft wird als zerrüttet beschrieben.

          1 Min.

          Göttrik Wewer, der Geschäftsführer der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada), hat überraschend seinen Posten gekündigt. Als am Montag Mitglieder des Sportausschusses des Bundestages die Nada in Bonn besuchten, trafen sie ihn schon nicht mehr an. Der ehemalige Staatssekretär von Bundesinnenminister Schily, der die Stelle vor 25 Monaten antrat, ist in Urlaub. Donnerstag endet sein Vertragsverhältnis mit der Nada.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          „Die Nada muss über eine grundlegende Strukturreform nachdenken“, sagte Dagmar Freitag, die Vorsitzende des Sportausschusses. „Wenn innerhalb kurzer Zeit drei Geschäftsführer aus verschiedenen Gründen scheitern, liegt das nicht nur an diesen drei Personen.“ Im März 2007 hatte die Nada sich von Geschäftsführer Roland Augustin getrennt; ihm wurden Mängel in der Organisation vorgeworfen. Sein Nachfolger Christoph Nießen verließ nach elf Monaten im August 2008 die Nada und wurde Vorstandsvorsitzender des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen. Seitdem führte Wewer die Geschäfte.

          Das Verhältnis zwischen Geschäftsführer und Belegschaft der Nada wird als zerrüttet beschrieben. Mindestens acht von 25 Mitarbeitern sollen die Nada im vergangenen Jahr verlassen haben, darunter im Februar dieses Jahres die Stellvertreterin Wewers und Sprecherin der Nada, Ulrike Spitz. Kenner der Organisation kritisieren, dass der Vorsitzende des Kuratoriums, Hanns Michael Hölz, stark ins operative Geschäft der Nada eingreife. Hölz und Anja Berninger, die Justitiarin der Nada, die kommissarisch die Geschäftsführung übernimmt, standen für einen Kommentar nicht zur Verfügung.

          „Wir danken Göttrik Wewer für seine Arbeit. Er hat in einer für die Nada wirtschaftlich schwierigen Situation seinen Beitrag zur Stabilität der Stiftung geleistet“, wird der Vorstandsvorsitzende Armin Baumert in einer Pressemitteilung der Nada zitiert. Die als Stiftung konstituierte Nada versteht sich als Kompetenzzentrum für Dopingbekämpfung und Prävention und verfügt über einen Etat von 4,5 Millionen Euro.

          Weitere Themen

          Der FC Bayern auf dem Weg ins Abseits

          Umstrittener Supercup : Der FC Bayern auf dem Weg ins Abseits

          Der Supercup in Budapest wird zum Politikum. Die Uefa diskutiert angesichts der Sorgen vor einem „Fußball-Ischgl“ ein Geisterspiel – und bleibt doch bei ihrem umstrittenen Plan. Eine Bitte an den FC Bayern wird laut.

          An der Uhr gedreht

          Immer wieder Ibrahimovic : An der Uhr gedreht

          Zlatan Ibrahimovic trifft auch in seiner 22. Profi-Saison ins Tor. „Ich bin wie Benjamin Button“ sagt der unverwüstliche Schwede. Wie nebenbei verhilft der 38-Jährige auch dem AC Mailand zu neuem Glanz.

          Topmeldungen

          Künstliche Intelligenz : Nach dem Hype

          Mit unserem Gehirn können es Computer noch lange nicht aufnehmen. Dennoch ist klar: Künstliche Intelligenz wird in immer mehr Bereichen den Menschen überflügeln – es geht um Geld, Macht und Kontrolle.

          Neue Stadtteile : Deutschland baut XXL

          In den Metropolen fehlen zehntausende Wohnungen. Gegen den Mangel soll Neubau helfen, überall entstehen neue Stadtteile. Wir stellen die größten Projekte vor.
          Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran (auf dem Monitor) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn  (rechts dahinter) bei der Befragung am Dienstag.

          Rüsten für zweite Corona-Welle : Das nächste Mal ohne Schlagbäume

          Deutsche und französische Parlamentarier befragen gemeinsam ihre Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Olivier Véran (LREM). Neue Exportbeschränkungen wollen sie meiden. In anderen Punkten liegen sie auseinander.
          Papst Franziskus begrüßt im April 2018 chinesische Katholiken auf dem Petersplatz.

          Vatikan und China : Verrät der Papst die Untergrundkirche?

          Während viele westliche Staaten auf Konfrontationskurs zu China gehen, will der Vatikan ein Abkommen mit Peking verlängern. Kritiker werfen ihm vor, er verrate damit die Untergrundkirche.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.