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42.000 Euro im Jahr : DOSB unterstützt Doping-Opfer

„Wir halten die Vereinbarung auch symbolisch für einen wichtigen Schritt“, sagt die DOH-Vorsitzende, Ines Geipel, und hofft damit, auch zukünftig gegen Doping vorgehen zu können. Bild: dpa

Noch heute leiden ehemalige Athleten unter den Nebenwirkungen des Dopings mit gefährlichen Substanzen. Nach anfänglichen Unstimmigkeiten will der Deutsche Olympische Sportbund diese Menschen jetzt nicht alleine lassen.

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          Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat sich entschlossen, den Doping-Opfer-Hilfe-Verein (DOH) finanziell zu unterstützen. Vom 1. Juli an wird der DOSB für die kommenden drei Jahre jeweils 42.000 Euro an den DOH überweisen. Die Zahlung gilt als Zuschuss zu den Miet- und Bürokosten des DOH. In einem Schreiben an den DOH würdigte der DOSB die „wertvolle Arbeit“ des DOH und hofft, „einen kleinen Beitrag zur Finanzierung“ leisten zu können.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Zwar hatte DOSB-Präsident Alfons Hörmann schon vor mehr als einem Jahr eine Hilfe in Aussicht gestellt. Aber zwischenzeitlich war es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen dem Dachverband und der DOH-Vorsitzenden Ines Geipel gekommen. Die Schriftstellerin hatte den organisierten Sport aufgefordert, sich an den Folgekosten von Zwangs-Doping und Missbrauch im DDR-Sport mit zehn Millionen Euro zu beteiligen und dessen Weigerung kritisiert.

          Viele ehemalige Athleten leiden noch heute unter den Nebenwirkungen

          Nach der Anerkennung von 200 ehemaligen Spitzensportlern als Doping-Opfer durch die Bundesrepublik ist die Zahl der Geschädigten, die sich beim DOH gemeldet haben, auf weit mehr als 1000 gestiegen. Der DOH rechnet mit 5000. Das Bundesinnenministerium hatte sich zuletzt bereit erklärt, nach der ersten einmaligen Entschädigung noch einmal insgesamt 10,5 Millionen Euro für die Unterstützung weiterer Opfer zur Verfügung zu stellen.

          Viele der ehemaligen Athleten leiden unter schwersten Erkrankungen. Diese entsprechen überwiegend den damals schon bekannten möglichen Nebenwirkungen. Die gefährlichen Substanzen waren auch an Minderjährige ohne deren Wissen und ohne eine Aufklärung der Eltern verabreicht worden.

          Die Unterstützung für den DOH hatte der scheidende DOSB-Vorstand Michael Vesper zuletzt verhandelt. „Wir sind froh über die Kontinuität der Verantwortung, die der organisierte Sport damit im Hinblick auf die Doping-Geschädigten einzugehen bereit ist“, sagte Frau Geipel auf Anfrage: „Wir halten die Vereinbarung auch symbolisch für einen wichtigen Schritt und hoffen in Zukunft auf eine gute Zusammenarbeit.“

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