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Geipel gibt Vorsitz ab : „Unwürdiges Gezerre“

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Gezerre unwürdig: Ines Geipel nimmt sich aus der Streitfront heraus Bild: dpa

Ines Geipel legt das Amt als Vorsitzende des Doping-Opfer-Hilfe-Vereines ab. Zuletzt war sie von Doping-Enthüller Franke angegriffen worden. Ein Kandidat für den Vorsitz findet ihre Unterstützung.

          Ines Geipel wird das Amt als Vorsitzende des Doping-Opfer-Hilfe-Vereines (DOH) am Donnerstag niederlegen. Das bestätigte die Schriftstellerin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Ich gebe das Amt ab. Ich empfinde das Gezerre der vergangenen Wochen als unwürdig angesichts der schwersten Schadensfälle, die wir tagtäglich zu sehen bekommen.“

          Zuletzt war der DOH unter anderen vom Heidelberger Doping-Enthüller Prof. Werner Franke angegriffen worden. Er wirft dem DOH auch vor, „Trittbrettfahrern“ einen Zugang zu Entschädigungszahlungen des Bundes zu erleichtern. Laut Doping-Opfer-Hilfe-Gesetz haben anerkannte Doping-Opfer der DDR das Recht auf eine Einmalzahlung von bis zu 10.500 Euro. Die Entscheidung für die Einstufung trifft das Bundesverwaltungsamt. Der DOH betrachtet sich als Anlaufstelle für alle früheren Athleten, die im Staats-Doping-System der DDR Schäden erlitten haben.

          Ines Geipel war fünfeinhalb Jahre Vorsitzende des 1999 auf Initiative von Franke aus der Taufe gehobenen Vereins. Zur Übernahme des Vorsitz‘ war sie seinerzeit mehr oder weniger gedrängt worden. Nach zahlreichen Auseinandersetzungen auch mit dem organisierten Sport als Nutznießer über eine finanzielle Beteiligung und der Umsetzung von DOH-Forderungen durch die Regierung hatte die Dresdenerin vor mehr als zwei Jahren Nachfolger gesucht, aber Absagen erhalten. Seine Bereitschaft signalisierte vor Wochen der Heidelberger Rechtsanwalt Michael Lehner. Er ist Gründungsmitglied des Vereins. Am Donnerstag soll er auf der DOH-Mitgliederversammlung in Berlin gewählt werden.

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