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Anwalt des Doping-Zeugen : „Olympia als billige Karnevalsspiele“

In Pyeongchang finden im Februar die Olympischen Winterspiele statt. Bild: dpa

Jim Walden ist der Anwalt des russischen Doping-Kronzeugen Gregorij Rodtschenkow. Nun wirft er dem IOC einen „Kotau vor dem mächtigen Russland“ vor und fordert einen Wechsel in der Führung des IOC.

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          Der Anwalt des russischen Doping-Kronzeugen Gregorij Rodtschenkow hat dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) einen „Kotau vor dem mächtigen Russland“ vorgeworfen und fordert einen Wechsel in der Führung des IOC. Der New Yorker Jurist Jim Walden, der den früheren Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors vertritt, reagierte am Silvestertag auf die jüngste Äußerung eines IOC-Sprechers, das IOC habe keine Möglichkeit, Zeugen zu schützen. „Das ist offensichtlich falsch“, schreibt Walden in einer Erklärung mit Blick auf seinen im Zeugenschutzprogramm des FBI lebenden Mandanten Rodtschenkow: „Als das IOC Russland (von den Winterspielen in Pyeongchang; d. Red.) ausgeschlossen hat, hat es gesagt, Russland würde nicht an der Schlussfeier teilnehmen, wenn es die Bedingungen des IOC nicht umfänglich respektiere und umsetze. Dennoch streitet Russland die Schlussfolgerungen des IOC ab, seine Offiziellen klagen gegen ihre Sperren, und Russland übt fortgesetzt Vergeltung am Hauptzeugen des IOC, Doktor Rodtschenkow. Unter diesen Umständen kann und sollte das IOC den vollständigen Ausschluss Russlands fortsetzen.“

          Das IOC hatte das Nationale Olympische Komitee Russlands am 5. Dezember wegen des „systemischen Betrugs“ unter anderem während der Olympischen Winterspiele von Sotschi 2014 suspendiert, allerdings eine Wiederaufnahme vor Beginn der Schlussfeier der Spiele von Pyeongchang am 25. Februar in Aussicht gestellt. Russische Sportler werden in Südkorea als „Olympische Sportler aus Russland“ an den Start gehen, einzigartig in der olympischen Historie. Bislang mussten Sportler, deren NOK suspendiert ist, etwa als „Unabhängige Olympische Athleten“ an den Start gehen, so die Sportler Kuweits 2016 in Rio de Janeiro.

          „Um jeden Zweifel an der politischen Natur des Entscheidungsprozesses des IOC zu beseitigen, sei an den jahrelangen, anhaltenden Komplettausschluss Kuweits erinnert, für weit weniger ernsthafte Handlungen als die russische Kriminalität“, schreibt Walden. IOC-Präsident Bach verstehe nicht, dass es weder um Rodtschenkow noch um den russischen Präsidenten Putin gehe, „noch nicht einmal um russische Sportler. Es geht um das olympische Ideal. Wenn dieses Ideal erst einmal verlassen oder korrumpiert wird, ist es tot, und Olympia wird zu einer Reihe billiger Karnevalsspiele.“

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