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Olympia-Nachtests : 23 Fälle in London

Dopingproben aus London zeigen Auffälligkeiten Bild: dapd

Nach Peking nun London: Bei Nachtests zeigen 23 Dopingproben Auffälligkeiten. Athleten aus sechs Ländern und fünf Sportarten sind betroffen.

          Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat bei nachträglichen Tests von 265 Doping-Proben, die bei den Spielen von London 2012 entnommen wurden, 23 positive Ergebnisse gefunden. Die Proben wurden mit neuen und verfeinerten Methoden nachanalysiert. Das IOC teilte mit, Athleten aus sechs Ländern und fünf Sportarten seien betroffen, gab aber aus rechtlichen Gründen keine weiteren Details bekannt. Die entsprechenden Nationalen Olympischen Komitees und Fachverbände seien in Kenntnis gesetzt. Die Fälle werden erst dann formal als Doping-Fälle behandelt, wenn die Analyse der B-Probe das Ergebnis der A-Probe bestätigt hat. Das Nachanalyse-Programm sei noch nicht abgeschlossen, erklärte das IOC, das Doping-Proben zehn Jahre lang einlagert.

          Evi Simeoni

          Sportredakteurin.

          In der vergangenen Woche hatte bereits die Nachanalyse von 454 Proben der Spiele 2008 in Peking 31 positive Fälle ergeben. In der Zwischenzeit sei eine weitere positive Probe dazugekommen, teilte das IOC mit. Insgesamt hat also das Programm schon 55 verdächtige Athleten dingfest gemacht.

          Die Funde sind das Ergebnis eines Testprogramms, das nach Angaben des IOC schon im August 2015 angestoßen wurde. Mit Hilfe der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) und den Fachverbänden seien hauptsächlich Kandidaten für die kommenden Spiele in Rio de Janeiro ausgewählt worden. „Wir wollen die Doper von den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro fernhalten“, wird IOC-Präsident Thomas Bach in einem Statement zitiert. Man werde darum schnell handeln. Er habe bereits eine Disziplinarkommission eingesetzt, die ermächtigt sei, im Namen des IOC Entscheidungen zu treffen.

          Durch russische Medien wurde bekannt, dass 14 der bis dato 31 Fälle von Peking russische Athleten betreffen, elf davon sollen Leichtathleten sein, darunter die Staffel-Olympiasiegerin Julija Tschermoschanskaja und die Hochspringerin Anna Tschitscherowa, die in Peking Bronze und in London Gold gewann. Die Sportzeitung „Marca“ enthüllte den Namen der spanischen Hürdensprinterin Josephine Onyia, die aber ohnehin schon lebenslang gesperrt ist.

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