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Diskussion in der Fifa : Kampf der Korruption

In den Verbandsgremien der Fifa wird über einen neuen Korruptions-Index diskutiert Bild: dpa

Bei der Fifa wird nach F.A.Z.-Informationen ein Korruptions-Index diskutiert. Er soll anzeigen, wie einzelne Fußball-Ligen und Länder betroffen sind vom Problem des Wettbetrugs. Zwei Fürsprecher hat der Vorschlag schon.

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          Wie sehr einzelne Fußball-Ligen und Länder betroffen sind vom Problem des Wettbetrugs, könnte in Zukunft ein neuer, eigens darauf ausgerichteter Korruptions-Index anzeigen. So jedenfalls lautet der Vorschlag eines der Mitglieder aus dem Vorstand des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa).

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Gemacht hat ihn Prinz Ali Bin Al Hussein von Jordanien. Der 36-Jährige gehört seit dem vergangenen Jahr dem höchsten Fifa-Gremium als Vizepräsident an und ist ein Bruder des Königs von Jordanien. Seine Sprecherin bestätigte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass die Idee kürzlich in den Verbandsgremien diskutiert worden sei und ließ von Prinz Ali mitteilen: „Spielmanipulationen sind eine große Gefahr. Wir müssen noch mehr dagegen unternehmen.“

          Helfen könnte deshalb aus seiner Sicht eine neutrale Bewertung der 209 Fifa-Mitgliedsverbände durch eine außenstehende Institution. „Darüber könnten wir mehr Druck ausüben, auch auf die jeweiligen Regierungen und Strafverfolgungsbehörden. Ich kenne kein Land auf der Welt, in dem die Bekämpfung dieses Problems bei den staatlichen Ermittlern weit oben auf der Prioritätenliste steht“, heißt es von Prinz Ali.

          Bisher haben die Fußball-Organisationen nur punktuelle Maßnahmen ergriffen, sich sonst aber nicht dadurch hervorgetan, der Bedrohung, die in diesem Fall gerade von der organisierten Kriminalität ausgeht, umfassend entgegenzutreten. Auch der europäische Fußball ist von vielen Fällen in verschiedensten Ligen betroffen. Zwar gibt es zum Teil Frühwarnsysteme, die verdächtige Bewegungen auf dem Wettmarkt melden. Doch hapert es vor allem danach an der Aufklärung.

          „Es ist ein gutes Zeichen, dass sich ein Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees Gedanken darüber macht, wie man das Problem in den Griff bekommen kann“: Mark Pieth

          Der ehemalige deutsche Fußballpräsident Theo Zwanziger, ebenfalls Mitglied des Fifa-Vorstands und dort betraut mit der Statutenreform, sieht den Vorschlag Prinz Alis positiv. „Der Gedanke ist richtig. Damit wir beim neuen Ethik-Reglement, das viele zwingende Vorschriften vorsieht, kein Vollzugsdefizit bekommen, müssen wir Instrumente entwickeln, die eine Verfolgung und Ahndung möglich machen“, sagte Zwanziger der F.A.Z.

          Ähnlich ist die Reaktion von Mark Pieth, unabhängiger Reformbeauftragter bei der Fifa. „Es ist ein gutes Zeichen, dass sich ein Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees Gedanken darüber macht, wie man das Problem in den Griff bekommen kann“, sagte der Strafrechtsprofessor aus Basel. Ob der Index weiter gefasst und die Korruption ganz allgemein in den Fußballverbänden bewertet werden könnte, dazu wollte Prinz Ali nichts sagen. Es wäre wohl ein heißes Thema, sitzen doch auch im Fifa-Vorstand weiterhin Funktionäre, die nachweislich bestechlich sind.

          „Der Gedanke ist richtig. Damit wir beim neuen Ethik-Reglement, das viele zwingende Vorschriften vorsieht, kein Vollzugsdefizit bekommen, müssen wir Instrumente entwickeln, die eine Verfolgung und Ahndung möglich machen“: Theo Zwanziger

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