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Aufstieg in dritte Liga : „Der Meister steigt auf?“ Von wegen!

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Scheiterten schon drei Mal hintereinander an der Aufstiegsrelegation: Der SV Waldhof Mannheim trauert um seine vergebenen Chancen. Bild: Picture-Alliance

Die angestrebte Aufstiegsreform in der Regionalliga erhitzt weiter die Gemüter. Regionalligaverbände und dritte Liga wollen keine Kompromisse eingehen. So findet man aber keine Gewinner.

          Der Meister steigt auf. Das sollte zumindest der Normalfall eines sportlichen Auf- und Abstiegskonzepts sein. Im Übergang zum Profi-Fußball zwischen Regionalliga und 3. Liga bleibt es allerdings weiter unklar, wann und wie es zu einer Lösung in der umstrittenen Aufstiegs-Frage kommt. Nach mehrstündiger Beratung am Freitag in Hamburg bestätigte das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zumindest den eingeschlagenen Weg, ab der Saison 2020/21 mit vier Regionalligastaffeln und vier Aufsteigern spielen zu wollen – eine Lösung, die alle zufriedenstellt, scheint es aber nicht zu geben.

          Im Kern sieht die aktuelle Strategie eine Zweiteilung des DFB-„Flächenbereichs“ vor. Im Gebiet der bisherigen Regionalligen West und Südwest sollen zwei Ligen spielen, die jeweils einen Aufsteiger ermitteln. Nach demselben Prinzip möchte der DFB die Staffeln Nord, Nordost und Bayern so zusammenlegen, dass auch dort zwei Staffel entstehen, aus denen zwei Mannschaften aufsteigen. Im Gegenzug müssten aus der dritten Liga vier Teams absteigen. Doch in diesen Punkten herrscht noch Dissens.

          Weder möchten die Regionalverbände die Anzahl der Staffeln (Nord, Nordost, Bayern, West und Südwest) von fünf auf vier Regionalligen reduzieren. Noch erklärt sich die dritte Liga bereit, einen weiteren Absteiger zu stellen (bisher drei; Strategie sieht vier vor). Am ehesten muss die Regionalliga-Nordost mit einer Zerschlagung rechnen  – und seine Vereins zwischen Nord und Süd (Bayern) aufteilen. 

          Die zwischenzeitlich diskutierte Ausweitung der 3. Liga in zwei Staffeln scheint derweil vom Tisch. Auch von einer Aufstockung von 20 auf 22 Drittligaklubs war beim DFB am Freitag nicht die Rede. Gegen diese Pläne hatten die Klubs der 3. Liga am Wochenende vorsorglich unter dem Motto „Stillstehen gegen den Stillstand“ protestiert, was vor allem DFB-Präsident Reinhard Grindel deutlich kritisierte: „Man kann nicht immer nur sagen, was alles nicht geht“, sagte der 57-Jährige der Neuen Osnabrücker Zeitung: „Die Regionalligen fordern, dass der Meister aufsteigt, wollen aber an fünf Regionalligen festhalten. Das gilt insbesondere für den Norden und den Nordosten. Die Drittligisten möchten am liebsten nur drei Absteiger. Das passt nicht zusammen. Um einen Kompromiss zu finden, müssen sich alle Seiten bewegen.“

          Bis zur vergangenen Saison hatte es nur drei Aufsteiger aus den fünf Ligen gegeben, die in Play-offs zwischen den fünf Ersten und einem Zweiten ermittelt wurden. Um dem Grundsatz „Der Meister steigt auf“ zumindest ein wenig näher zu kommen, war beim DFB-Bundestag 2017 eine Überganglösung beschlossen worden, mit welcher in der laufenden und nächsten Spielzeit zumindest vier Regionalligaklubs aufsteigen – drei direkt, während zwei Regionalligameister in Play-offs den vierten Aufsteiger ermitteln müssen.

          Die vom DFB eingesetzte Kommission hatte „in den vergangenen Monaten zahlreiche weitere Modelle zur Bildung von vier Regionalligen und der Neuregelung des Aufstiegs intensiv diskutiert“, schrieb der DFB: „Diese wurden allesamt geprüft, im Sinne eines transparenten Prozesses für jeden einsehbar im Internet veröffentlicht, aber letztlich von den beteiligten Gruppen als nicht mehrheitsfähig eingestuft.“

          Sollte sich bis zum Stichtag immer noch keine finale Lösung gefunden haben, so droht den betroffenen Regionalverbänden neben der sportlichen Debatte auch eine sportpolitische Diskussion. Dann müssten sie dem DFB-Bundestag eine genaue Begründung vorlegen, wie stattdessen die Aufsteiger zu ermitteln sind – was die Kooperation wohl aufs Neue erschweren würde. Die Frist endet am 15. April.

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