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Förderung des Spitzensports : 1,2 Milliarden Euro – aber wofür?

Wer es im Spitzensport ganz nach oben schaffen will, braucht finanzielle Unterstützung. Bild: Sébastien Thibault

Was wollen Staat und Gesellschaft mit dem deutschen Spitzensport eigentlich erreichen? Das Innenministerium fördert großzügig, doch ein überzeugendes Ziel ist nicht zu erkennen. Das soll sich ändern.

          6 Min.

          Das Abschneiden der deutschen Olympiamannschaft bei den Spielen von Tokio 2021 und das der deutschen Leichtathletik-Auswahl bei der Weltmeisterschaft von Eugene vor wenigen Wochen haben Enttäuschung und Unmut ausgelöst. Die sinkende Zahl der Medaillen steht für einen Niedergang, der seit dem Hoch zur deutschen Einheit vor 33 Jahren beklagt wird. Doch es liegt noch etwas in der Luft. Wäre es etwa richtig, die mit gut 1,2 Milliarden Euro pro olympischen Zyklus von vier Jahren allein vom Bundesinnenministerium alimentierten Sportlerinnen und Sportler auf Siege und nichts als Siege zu verpflichten? Obwohl die Welt des Hochleistungssports auch von Doping und Missbrauch, von Manipulation und Korruption geprägt wird? Wollen wir allen Ernstes Erfolge um jeden Preis?

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Olympia und Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und nationale Wettbewerbe können mehr bringen als Gold allein. Es sind die Spitzensportlerinnen und -sportler selbst, die nun die seit Jahrzehnten überfällige Diskussion eröffnen mit dem Hinweis darauf, dass Staat und Gesellschaft es ihnen bislang nicht abverlangen. „Warum ist es uns das wert?“ lautet der Titel einer Analyse, die ihre Standesvertretung Athleten Deutschland in diesen Tagen den Sportministern von Bund und Ländern zukommen lässt: „Zur Gretchenfrage der staatlich geförderten Spitzensportentwicklung in Deutschland“.

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