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Deutscher Schwimmverband : Obermark soll Präsident werden

Das Bild verschwimmt: Ärger im Deutschen Schwimmverband Bild: dpa

Heftige Misstöne im Deutschen Schwimmverband: Die Findungskommission klagt über massive Einmischung des amtierenden Vorstands bei ihrer Suche nach eine neuen Präsidium.

          2 Min.

          Peter Obermark soll neuer Präsident des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) werden. Das schlägt die Findungskommission um ihre Vorsitzende, die frühere DSV-Präsidentin Christa Thiel, vor. Als Vizepräsidenten sollen Kai Morgenroth für Finanzen sowie die frühere Schwimmerin Anne Poleska-Urban und der Jurist Klaus Woryna auf der Mitgliederversammlung am 3. Oktober in Kassel gewählt werden. Obermark war jahrelang Vizepräsident des DSV und Vorsitzender der Fachsparte Synchronschwimmen. Eine Neuausrichtung des Präsidiums war nötig geworden, nachdem DSV-Präsidentin Gabi Dörries am 9. Dezember 2018 zurückgetreten war.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Aus dem Empfehlungsschreiben der Findungskommission, das dieser Zeitung vorliegt, geht deutlich der Unmut über die Einmischung des amtierenden Vorstands in ihre Arbeit hervor. Die Strategie der Vorstandsmitglieder Uwe Brinkmann und Wolfgang Hein sei befremdlich, da sie „offensiv und ohne besondere Rücksicht auf die tatsächlichen Umstände ersichtlich allein darauf ausgerichtet ist, die gegenwärtig besetzten Ämter zu halten“. Dem amtierenden Vorstand sei durch die „offenbar bestehende Sorge“, eine Abstimmung zu verlieren, der „Blick auf das Wohl des Verbandes verstellt“. Hein hatte sich demnach „außer für Finanzen (...) für alle Positionen“ beworben, Brinkmann habe erklärt, er wolle nicht Präsident werden und seine Mitarbeit unter anderem von der Person des Präsidenten oder der Präsidentin abhängig machen.

          Die Kommission sei dann vom verbandsöffentlichen Schreiben der Vorstandsmitglieder vom 10. August überrascht worden, in dem sie aufgefordert worden sei, die Suche auf Kandidaten für den Präsidenten und den Finanzvorstand zu beschränken. Das habe die Kommission abgelehnt. Im Vorschlagsschreiben der Findungskommission, das auf den 24. September datiert ist, heißt es weiter: „Die darauffolgenden Bemühungen des amtierenden Vorstandes, eine Abstimmung der Mitgliederversammlung über seine eigenen Ämter (…) zu verhindern, hat bereits jetzt zu erheblichen Dissonanzen innerhalb des Verbandes geführt.“ Das von Hein geschriebene Editorial in der aktuellen Ausgabe der Verbandszeitschrift sei „auf eine Manifestation dieser Bestrebungen“ gerichtet und sachlich unzutreffend.

          Mit Hein und Brinkmann seien dann Kandidatengespräche geführt worden. Die anschließenden Beratungen hätten bei der Kommission „den Eindruck verfestigt, dass der amtierende Vorstand derzeit dem Wohl des DSV wenig zuträglich agiert, in dem er seine persönlichen Interessen nachhaltig vor die Interessen des Verbandes stellt und dabei „bewusst die Gefahr einer Spaltung des Verbandes“ in Kauf nehme. Neben Christa Thiel gehören der Kommission unter anderem der langjährige ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz, der Präsident des Deutschen Basketball-Bunds Ingo Weiss und die frühere Schwimmerin und heutige Richterin Britta Kamrau-Fiedler an.

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