https://www.faz.net/-gtl-90yzo

Deutsche Sportlotterie : Hambüchen steigt ein

  • -Aktualisiert am

Gesellschafter bei der Sportlotterie: Fabian Hambüchen Bild: dpa

Turn-Olympiasieger Fabian Hambüchen ist als neuer Gesellschafter an der Sportlotterie beteiligt. Mit dabei sind auch Philipp Lahm mit seiner Holding und Henry Maske.

          Die mehrheitlich von Lotto Hessen gehaltene Deutsche Sportlotterie weitet ihren Vertrieb auf ein weiteres Bundesland aus. „Wir brauchen nicht nur das Vertriebsgebiet in der gesamten Bundesrepublik, sondern auch die Bekanntheit“, sagte Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer von Lotto Hessen und der Deutschen Sportlotterie, am Montag in Frankfurt. Zurzeit spielen hauptsächlich Hessen bei der von Olympiasieger Robert Harting initiierten Deutschen Sportlotterie mit, da nur in den dortigen Lottoannahmestellen Lose gekauft werden können. Deutschlandweit ist dies nur online möglich. Von Oktober an werde nun die Lotteriegesellschaft eines weiteren Bundeslandes der Deutschen Sportlotterie ihr Vertriebsnetz zur Verfügung stellen, ohne dabei jedoch selbst Gesellschafter zu werden, kündigte Sundermann an. Um welches Bundesland es sich handelt, wollte er noch nicht sagen.

          Die Verhandlungen mit einem weiteren interessierten Bundesland haben sich derweil verzögert, sagte Sundermann. Er deutete an, dass es sich hierbei um Bayern handeln könnte. Am Montag wurde Fabian Hambüchen als neuer Gesellschafter der Sportlotterie vorgestellt. Der Turn-Olympiasieger ist mit einem Prozent beteiligt. Als Mitgesellschafter sind auch Fußball-Weltmeister Philipp Lahm mit seiner Holding und der frühere Box-Weltmeister Henry Maske tätig.

          Eigentlich war schon für vergangenes Jahr eine Ausweitung der Vertriebsbasis der Deutschen Sportlotterie geplant gewesen. Doch die föderale Struktur der Lottogesellschaften bremst die Sportler aus, jede Landeslotteriegesellschaft muss ihr Vertriebsnetz einzeln öffnen. Dies könne nicht von heute auf morgen geschehen, betonte Sundermann, Wachstum brauche weiter Zeit. Doch Zeit ist Geld: Die Gewinnentwicklung hänge „sehr stark davon ab, wie schnell wir die Vertriebsbasis jetzt ausweiten“, sagte Dorothee Hoffmann, Sprecherin der Deutschen Sportlotterie. 90 Prozent des Umsatzes erzielten Lotterien in den örtlichen Verkaufsstellen, nicht im Internet.

          Die digitale F.A.Z. PLUS
          F.A.Z. Edition

          Die digitale Ausgabe der F.A.Z., für alle Endgeräte optimiert und um multimediale Inhalte angereichert

          Mehr erfahren

          Sundermann zufolge liegt der Umsatz der Deutschen Sportlotterie in Hessen bei durchschnittlich 30.000 Euro in der Woche. Lotto Hessen hält seit Dezember 2015 etwa 77 Prozent der Geschäftsanteile der gemeinnützigen Deutschen Sportlotterie. Die Einnahmen werden nach einem festen Schlüssel verteilt. Zurzeit werden knapp 36 Prozent der Umsätze als Gewinne an die Spieler ausgeschüttet, knapp 18 Prozent werden für Gebühren, Betriebskosten, Provisionen und Werbung einbehalten, knapp 17 Prozent sind Lotteriesteuer. Die übrigen rund 30 Prozent erhält die Deutsche Sporthilfe, ebenfalls Gesellschafter der Deutschen Sportlotterie, zur Athletenförderung.

          Von diesem Anteil werden in diesem Jahr 96.000 Euro an die 320 Athletinnen und Athleten aus dem „Top-Team“ der Sporthilfe ausgeschüttet. Das sind also nur einmalig 300 Euro im Jahr für jeden dieser Spitzensportler. Mittelfristiges Ziel ist die zwölfmalige Ausschüttung der Summe, 300 Euro im Monat für die Topathleten. Dafür müsste das Vertriebsnetz wachsen – auch um die Investitionskosten für die Gründung der Deutschen Sportlotterie schneller wieder einspielen zu können. Der Anreiz für die anderen Landeslotteriegesellschaften, ihr Vertriebsnetz für die Deutsche Sportlotterie zu öffnen, liege neben der Sportlerförderung auch in Provisionen für den Losverkauf. „Natürlich bieten wir allen Interessierten an, auch Mitgesellschafter zu werden“, sagte Hoffmann. „Denkbar ist da alles, wir schließen gar nichts aus.“

          Weitere Themen

          Nowitzki begeistert mit Kurzauftritt

          Allstar-Spiel der NBA : Nowitzki begeistert mit Kurzauftritt

          Dirk Nowitzki verabschiedet sich mit einer würdigen Vorstellung von der NBA-Allstar-Bühne. In nicht einmal vier Minuten versenkt der Routinier gleich drei Dreipunktewürfe. Eine Frage aber bleibt offen.

          Mit 120 km/h durch den Eiskanal Video-Seite öffnen

          Teilnahme unter Lebensgefahr : Mit 120 km/h durch den Eiskanal

          Beim Cresta-Rennen im schweizerischen Kurort St. Moritz werden die Schlitten bis zu 120 Stundenkilometer schnell. Zum Bremsen haben die Teilnehmer nur Stahlhaken, die an den Schuhen befestigt werden. Die Strecke ist 1,2 Kilometer lang und kurvenreich. Besonders berüchtigt ist die sogenannte Shuttlecock-Kurve.

          Abschied von Emiliano Sala Video-Seite öffnen

          Verunglückter Fußballer : Abschied von Emiliano Sala

          Bewegender Abschied von Emiliano Sala: Knapp vier Wochen nach dem Tod des argentinischen Fußballers bei einem Flugzeugabsturz über dem Ärmelkanal erweisen Familie, Fans und Vertreter seiner Vereine ihm die letzte Ehre in seinem Heimatdorf.

          Topmeldungen

          Warnschild „Danger Cliff Edge“ an den White Cliffs von Dover, England. Im Hintergrund ist der Hafen zu sehen.

          Chaotischer Brexit : An der Klippe

          Jeden Tag fahren Tausende Lastwagen zwischen Britannien und dem Festland. Was kommt bei einem ungeregelten Brexit auf sie zu? Wir haben es uns mal angesehen – aus einem Laster.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.