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Mehr Geld als angenommen : 2500 Euro im Monat für Top-Athleten

Medaillengewinnerin mit Verteidigungsministerin: Bobsportlerin Lisa Buckwitz (links) und Ursula von der Leyhen Bild: dpa

Wie viel verdienen Sportler, die sich bei Bundeswehr, Bundespolizei oder Zoll verpflichtet haben? Dabei gibt es große Unterschiede. Doch die finanzielle Situation deutscher Olympia-Teilnehmer ist nicht generell prekär.

          Rund tausend Euro mehr als im Januar von der Stiftung Deutsche Sporthilfe angegeben, nämlich um zweieinhalbtausend Euro monatlich, erhalten die 1007 Top-Athleten, die sich bei Bundeswehr, Bundespolizei oder Zoll verpflichtet haben. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Abgeordneten Britta Dassler (FDP) hervor. Demnach beträgt das monatliche Einkommen der 744 Athleten, die in einer der 15 Sportfördergruppen der Bundeswehr Dienst tun, 2594,16 Euro. Zudem beschäftigt die Bundeswehr 40 Militärsportler. Für Führungspersonal sind 43 Stellen reserviert.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Die 192 Top-Athleten, welche die Bundespolizei an den Standorten Kienbaum und Bad Endorf beschäftigt, werden mit im Schnitt 2412,40 Euro monatlich entlohnt. In der Sportförderung des Zolls, die 67 Sportlerinnen und Sportlern zugutekommt, werden 2444,16 Euro gezahlt. Zwölf Länder verfügen zudem über Sportfördergruppen ihrer Polizei, in der Mitgliedschaft und Ausbildung Top-Athleten vorbehalten sind. Die wirtschaftliche Situation deutscher Olympiateilnehmer ist demnach nicht generell prekär.

          Im Januar stellte die Sporthilfe eine Studie der Sporthochschule Köln vor, laut der 1087 befragte Top-Athleten mit durchschnittlich 1560 Euro auskommen müssen. Sie stellten die überwiegende Mehrheit in den Olympiamannschaften von Rio de Janeiro 2016 (452 Mitglieder) und von Pyeongchang 2018 (152). Sporthilfe-Vorsitzender Michael Ilgner nannte die wirtschaftliche Situation der Athleten „eine offene Wunde“. Die 2018 erstmals ausgezahlte Direktförderung des Bundes von Spitzensportlerinnen und -sportlern in Höhe von 3,5 Millionen, in der Studie nicht berücksichtigt, wurde im Dezember an 959 Athleten in den Olympia- und Perspektivkadern der olympischen und paralympischen Verbände ausgeschüttet, welche nicht beim Bund beschäftigt sind und über maximal 45.000 Jahreseinkommen verfügten.

          Jeder Sportler hat über die Sporthilfe eine Kaderprämie von 3649,63 Euro erhalten, was einem monatlichen Durchschnitt von 304 Euro entspricht. In diesem Jahr hat der Staat sieben Millionen vorgesehen, knapp 600 Euro pro Monat für jeden Athleten, der aus dieser Summe bedacht wird. Noch hat die Zahlung nicht eingesetzt. Insgesamt gibt es laut Innenministerium 3774 Bundeskader. Dritte Gruppe neben Bundesbeschäftigten und Sporthilfe-Geförderten sind Profis in den Ball- und Spielsportarten von Fußball bis Tennis und Golf und im Wintersport sowie außergewöhnlich erfolgreiche Athleten. Paralympischen Athleten stehen laut Ministerium 25 Förderstellen des Bundes zur Verfügung; 17 des Verteidigungs-, fünf des Innen- und drei des Finanzministeriums. Zudem fördert die Bundeswehr zwei im Einsatz geschädigte Soldaten im Schießen und einen Begleitläufer für Blinde.

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