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Deutsche Bewerbung 2025 : Universiade als Appetizer

Eine Frage der Bewerbung: Leuchten die Olympischen Ringe wie hier in Tokio irgendwann auch wieder in Deutschland? Bild: AFP

Der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband plant die Bewerbung für die Universiade 2025. Lässt sich damit der Appetit auf Olympia anregen?

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          Ist das ein Zufall? Wenige Tage nach dem Sportfestival in Berlin trifft sich an diesem Donnerstag in Frankfurt eine Gruppe von Sportfunktionären, die mehr wollen. Nicht nur ein Wochenende mit kleinem und großem Spektakel samt TV-Übertragung. „Wir planen die Bewerbung für die Universiade 2025“, sagt Jörg Förster, der Vorstandsvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes (adh).

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Universiade? Das ist kein Schlüsselwort für den Sportfreund auf der Straße. Mitunter muss sie übersetzt werden: Weltspiele der Studenten. 30 Jahre ist es her, dass sie in der Bundesrepublik ihre Kräfte maßen, in Duisburg 1989. Das Niveau der Wettkämpfe war und ist, trotz Altersbegrenzung (25 Jahre), mitunter exzellent. In Duisburg trat das Basketball-Nationalteam an. „Wir haben eine Medaille gewonnen“, sagte der damalige Bundestrainer Svetislav Pesic im Februar dieser Zeitung: „Das Team begriff, dass es etwas gewinnen kann. Das war ein wichtiger Schritt für den EM-Sieg 1993.“

          Kosten zwischen 180 und 250 Millionen

          Die Universiade als Katalysator. So stellt sich das Förster vor. Der adh hat das Interesse der Regierung an der Organisation von Großveranstaltungen des Sports aufgenommen und den Anstoß des Bundesinnenministeriums (BMI) umgesetzt. Dem Internationalen Verband liegt eine Absichtserklärung des adh vor. An diesem Donnerstag sprechen die an der Austragung interessierten deutschen Kandidaten, Nordrhein-Westfalen und Frankfurt, in der Bankenmetropole mit dem adh über ihre Chancen.

          Berlin ist auch im Spiel. „Wir unterstützen diesen Plan“, sagt Ingo Weiss, Sprecher der Spitzenverbände im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), „es wäre sehr wichtig für Deutschland, wieder eine Veranstaltung von diesem Format abseits des Fußballs auszutragen.“ Allein die Finanzierung dürfe nicht zu Lasten des DOSB-Etats im Haushalt des Innenministeriums gehen. Eine Universiade soll, abhängig vom Bestand der Sportstätten, zwischen 180 und 250 Millionen Euro kosten.

          Förster hat in erster Linie die Aufwertung des Hochschulsports in 199 Universitäten im Blick. Noch immer studieren viele Spitzensportler während ihrer Karriere. Die wachsende Zahl der Akademiker verspricht die Stärkung der intellektuellen Sportfreunde im Lande, falls eine Universiade hält, was sie verspricht: ein olympisches „Feeling“ für alle, die den letzten Sprung dann doch nicht schaffen, aber später „in Führungspositionen für den Sport Partei ergreifen“ (Förster).

          Zwar hat das BMI seine Absicht, eine Strategie für Großveranstaltungen ausarbeiten zu lassen, noch nicht umgesetzt. Aber ein Gerüst zeichnet sich schon ab. Nach dem Erfolg der Finals von Berlin könnte der Faden mit einer erfolgreichen Bewerbung Münchens um die European Championships 2022, pünktlich zur 50-Jahrfeier von Olympia 1972, weiter gesponnen werden bis zur Universiade 2025. Was sich die Sportgestalter davon versprechen? Im allerbesten Fall einen neuen, überzeugenden Appetit der Bürger auf eine Bewerbung um Olympische Spiele.

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