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Zukunft von Olympia : Deutsche Athleten kritisieren IOC und Wada

Athletensprecher Max Hartung. Bild: Picture-Alliance

Olympia als sinkendes Schiff? Deutschlands Top-Sportler greifen die Welt-Anti-Doping-Agentur und das Internationale Olympische Komitee an.

          Den Untergang Olympias beschreien die Vertreter der deutschen Top-Athleten. „Internationale Sportorganisationen müssen realisieren, dass in der westlichen Hemisphäre die öffentliche Sicht den Olympismus mehr und mehr als sinkendes Schiff sieht“, behaupten sie auf der Website der Athletenkommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und kritisieren die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) und das Internationale Olympische Komitee (IOC). Die von dem Fechter Max Hartung angeführte Athletenvertretung schreibt auf Englisch: „Wenn politische Spiele und persönliche Interessen weiterhin Entscheidungsprozesse in Anti-Doping-Fragen beherrschen, – werden es nicht nur die Athleten sein, die Vertrauen in den Sport verlieren.“

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Die jüngsten Entscheidungen und Entwicklungen brächten die Defizite im Entscheidungsprozess der Wada und die Forderungen von Athleten nach deren Reformen auf eine neue Ebene. Der Umgang mit dem russischen Doping-Skandal und die Wiederzulassung der russischen Anti-Doping-Agentur (Rusada) machten deutlich, dass es einen Wechsel bei den Zulassungsregeln brauche, einen Aktionsplan zur Elimination von möglichen Manipulationen und den Ausschluss von Doppelfunktionen und Interessenkonflikten. Dies bedeute die vollständige Unabhängigkeit des Doping-Kontrollsystems von Sportorganisationen. Athleten seien unterrepräsentiert. Das IOC trägt 16 Millionen Dollar zum Jahresbudget der Wada von 33 Millionen Dollar bei. Wada-Präsident Craig Reedie ist Mitglied des IOC und ehemaliger Vizepräsident der Organisation.

          Die deutschen Sportlerinnen und Sportler danken „unseren führenden Anti-Doping-Organisationen“ dafür, dass sie die Position der Athleten in ihren Ansichten stärkten und dafür sorgten, dass ihre Stimmen gehört würden. Damit beziehen sie sich auf den sogenannten Not-Gipfel Ende September im Weißen Haus, zu dem die Nationale Anti-Doping-Agentur der Vereinigten Staaten (Usada) und das Office of National Drug Policy des Präsidenten Athleten und Nationale Anti-Doping-Agenturen eingeladen hatten. Sie drohten damit, ihre finanzielle Unterstützung der Wada von jährlich 4,5 Millionen Dollar einzustellen.

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