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Posten bei Fifa und Uefa : Niersbach ist immer noch da

  • -Aktualisiert am

Gestürzt – und doch ganz oben auf den ersten Plätzen: Wolfgang Niersbach. Bild: dpa

Der Staatsanwalt ermittelt in der deutschen WM-Affäre gegen den abgedankten DFB-Präsidenten. Doch Wolfgang Niersbach sitzt weiter in der Fifa-Regierung – und schottet sich komplett ab.

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          Eigentlich hat er abgedankt. Aber Wolfgang Niersbach ist immer noch da. Der über die deutsche WM-Affäre gestürzte Topfunktionär wird diese Woche sogar wieder ganz oben auf den ersten Plätzen sitzen - als Mitglied der Weltregierung des Fußballs, auf der Bühne des Fifa-Kongresses in Zürich, bei dem tiefgreifende Reformen zu Beschluss stehen und ein neuer Präsident gewählt werden soll.

          Noch bis 2019 gehört Niersbach dem Exekutivkomitee der Krisen-Organisation an und will die mit einer sechsstelligen Vergütung gut dotierte Teilzeitstelle, welche ihm auch First-Class-Flüge mit Begleitung und während Sitzungswochen eine Luxuslimousine mit Chauffeur garantiert, wohl auch weiter ausführen.

          Es gehört zu den Merkwürdigkeiten des Fußballs, aber auch des gesamten Sports, wie die höchsten Repräsentanten mit ihrer Verantwortung umgehen. Niersbach ist inzwischen ein Verbandsvertreter ohne Verband, gegen den nicht nur die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt, sondern mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) auch die Heimatorganisation eine brisante Untersuchung laufen hat. Bleiben will er trotzdem auf seinen Posten, die ihm wie bei der Fifa oder auch als Exekutivmitglied bei der europäischen Uefa weiterhin zur Verfügung stehen, solange nicht ein Ethikverfahren beim Weltverband für einen zwangsweisen Ausschluss sorgen würde.

          Rückendeckung erhält er hierfür von der vorübergehenden Führung des DFB. Die Zusammenarbeit mit Niersbach als Vertreter in den internationalen Gremien funktioniere sehr gut. Er habe regelmäßig, auch im Vorfeld des Fifa-Kongresses, bis ins Detail informiert, verteidigte DFB-Interimspräsident Reinhard Rauball den langjährigen Mitstreiter in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Er ist als Person in diese Gremien gewählt und nicht als Vertreter des DFB benannt worden“, sagte Rauball, zugleich Ligapräsident. Niersbachs Büro in der Frankfurter Verbandszentrale, das ihm weiter zur Verfügung steht, ist allerdings verwaist. Er schaut nicht mehr vorbei - oder nur sehr selten.

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          Was bisher geschah : Die Chronologie der WM-2006-Affäre

          Nun bleibt trotzdem die Frage: Wenn der 65 Jahre alte gebürtige Rheinländer sich wirklich so intensiv mit der Zukunft der Fifa beschäftigt und die vielbeschworene neue Transparenz endlich Einzug halten soll in den Fußballorganisationen - warum erfährt die Öffentlichkeit dann nichts darüber?

          Bisher schweigt Niersbach zur Fifa, zum Kongress in dieser Woche, zu den angestrebten Reformen und Präsidentschaftskandidaten. Eine Anfrage der F.A.Z. wollte er nicht beantworten. In seiner Verantwortung als einer der zuständigen Vertreter des höchsten Entscheidungsgremiums beim Weltverband zeigt sich Niersbach bislang keineswegs offen, sondern schottet sich komplett ab. Dabei sollten auch von ihm noch Antworten und Argumente verlangt werden.

          Überfordert und dazu falsch beraten

          Als selbsternannter Aufklärer im Fifa-Sumpf profilierte er sich noch im Herbst als moralische Instanz gegenüber dem gerade suspendierten Fifa-Präsidenten Joseph Blatter. Merkwürdig allerdings, dass Niersbach hinter verschlossenen Türen die übliche abwehrende Haltung vertrat und eine öffentliche Reformdiskussion offensichtlich am liebsten abgewürgt hätte.

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