https://www.faz.net/-gtl-7zifd

Zukunft des deutschen Sports : Innenminister fordert Rückkehr in die Weltspitze

„Wir stehen am Scheideweg“: Thomas de Maiziere Bild: dpa

Nach Einschätzung von Innenminister de Maizière steht der deutsche Sport am Scheideweg. Daher fordert er eine Welle der Begeisterung für die Olympiabewerbung und eine strukturelle Erneuerung.

          Innenminister de Maizière fordert eine Welle der Begeisterung für die deutsche Olympiabewerbung und eine strukturelle Erneuerung des Spitzensports. „Es ist Zeit, dass wir Deutschland wieder in die Spitzengruppe der Welt führen mit dem Spitzensport, und dass wir es schaffen, Olympia, und zwar die Sommerspiele, nach Deutschland zu holen im nächsten Jahrzehnt“, sagte er am Freitag bei der Vorstellung des Sportberichts der Bundesregierung im Bundestag.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Dem deutschen Sport empfahl er, dem Beispiel des Fußballs auf dem Weg zu dessen Weltmeistertitel 2014 nachzueifern. Dies sei ein langer, hürdenreicher Weg. Er werde die Reform an der Spitze eines Lenkungsausschusses fördern. „Wir stehen am Scheideweg. Entweder gehen wir allmählich immer mehr ins Mittelmaß, mit sinkender Tendenz“, sagte de Maizière, „oder wir finden den Weg zurück in die Spitzengruppe der großen Nationen der Welt, wo wir als Spitzensportnation hingehören.“ Das Konzept für die Sommerspiele 2024 und 2028, um die sich Berlin oder Hamburg bewerben, werde im nächsten Jahr fertig sein. Der Minister kündigte schmerzhafte Einschnitte an.

          Das Bürgervotum gegen die Bewerbung von München um die Winterspiele 2022 nannte de Maizière enttäuschend. Ohne deutliche Zustimmung werde es deshalb ein Projekt Olympia in Deutschland nicht geben können. Die Bevölkerung in den Bewerberstädten sei zu begeistern. „Olympische Spiele sind eine einmalige Möglichkeit und Chance, der Welt unser Land so zu präsentieren, wie wir sein wollen“, sagte de Maizière, „fröhlich und leistungsorientiert, patriotisch und weltoffen.“ Die Bundesregierung unterstütze die Bewerbung mit ganzer Kraft.

          Die Konzepte passten zur Reform-Agenda des Internationalen Olympischen Komitees. „Wir haben ja nun nicht so ganz viele großartige Erfolge mit der Organisation von Großprojekten“, sagte de Maizière am Schluss seiner Rede. „Es wäre nun vielleicht eine Chance, wenn wir nicht nur der Welt, sondern uns selbst beweisen können, dass wir imstande sind, ein solches Großprojekt fristgerecht, rechtsstaatlich, mit Bürgerunterstützung und mit nachhaltiger Nutzung hinzukriegen. Das wäre ein Erziehungsprojekt weit über Olympia hinaus auch nach innen.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Mays Kritik am Parlament : „Das Volk hat genug“

          Nachdem ihr Brexit-Abkommen wiederholt im Unterhaus gescheitert ist, spielt Theresa May das „blame game“ und gibt den Abgeordneten die Schuld. Doch die wehren sich gegen die „aggressiven“ und „hetzerischen“ Vorwürfe.

          Verstorbener Senator : Trump: Habe McCain nie gemocht

          Bei seinen Republikanern im Kongress hat Donald Trump zuletzt an Rückhalt verloren. Neue herabwürdigende Äußerungen über eine verstorbene Größe der Partei bringen nun für viele das Fass zum Überlaufen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.