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Das Spiel mit der Gesundheit : Volkssport Doping

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Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie der Freizeitsportler an verschreibungspflichtige Medikamente und an Doping-Knowhow kommt. Eine wichtige Informationsquelle ist das Internet. In einschlägigen Foren lassen sich problemlos Anleitungen zur Beschaffung und Verwendung von Medikamenten finden. Wer es schwarz auf weiß in Buchform haben will, bekommt es für 50 Euro zugeschickt. Das Standardwerk, „die Bibel der Doper“, wie Kläber sagt, nennt sich „Anabole Steroide. Das Schwarze Buch“, es liefert unter dem Deckmantel der Aufklärung auf mehr als tausend Seiten umfassende Informationen zu Anabolika, Testosteron, Wachstumshormon, Insulin, IGF-1 und Designersteroiden, auch zu Präparatskombinationen und „Kuren“ - alles mit einem erschreckenden Maß an Fachwissen, das „um Meilen das Wissen jedes Durchschnittsmediziners über Doping schlägt“, wie Kläber sagt. „Dieses Werk ist eine absolute Katastrophe, im höchsten Maß gefährlich.“ Ein perfides, ein zynisches Buch, gegen das bislang weder Gesundheitsbehörden noch Staatsanwälte vorgehen.

Lukratives Geschäft für Kleindealer und Großhändler

Eine zweite Informationsoption sind, was Kläber „User-Netzwerke“ in Fitnessstudios nennt. Je größer das Netzwerk, desto besser die Versorgung und die Hilfestellung für Neueinsteiger. Der eine hat Verbindungen in die Türkei, kann dort billig Präparate besorgen. Der zweite kennt einen Arzt oder Apotheker, der Medikamente beschafft. Der dritte sorgt für Nachschub aus dem Kosovo. Es gibt „User“, die - wie Kleindealer im Drogenmilieu - ihren eigenen Medikamentenbedarf über den Verkauf finanzieren. Und es gibt Großhändler, die vom Zoll ab und zu ausgehoben werden, wie im vergangenen Jahr ein 30-Jähriger, der in der Nähe von Düsseldorf ein Doping-Labor und einen Internetshop mit einem beeindruckenden Angebot betrieb: Nandrolon, anabole Steroide, Testosteron, Ephedrin, Viagra, außerdem Marihuana, Kokain und Ecstasy - ein schwungvoller Handel, ein lohnendes Geschäft mit einem Umsatz von 700.000 Euro, wie die Polizei ermittelte. Einen Hinweis auf die ungeheure Dimension des Anabolika-Missbrauchs lieferte 2012 der Prozess vor dem Landgericht Bonn gegen einen Boutiquebesitzer, der für einen internationalen Anabolika-Online-Handel arbeitete. Der Umsatz des Rings, der rund 190.000 Kunden hatte, betrug innerhalb von zweieinhalb Jahren 43 Millionen Dollar. Der Bonner, gegen den das Bundeskriminalamt ermittelte, wurde zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt.

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