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Internationale Pressestimmen : „Das Coronavirus verschiebt Olympia, aber tötet es nicht“

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Einigkeit in der Bewertung: Die internationale Presse beurteilt die Entscheidung zur Verlegung Olympias als unausweichlich. Bild: Frank Röth

In der internationalen Presse herrscht Einigkeit in der Bewertung der Olympia-Verschiebung um ein Jahr. Die Entscheidung war unausweichlich. Russische Pressestimmen sehen die Verlegung als Chance zur Klärung des Status russischer Athleten.

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          Vereinigte Staaten

           Washington Post: „Die Olympischen Spiele zu verschieben, war richtig, auch wenn es herzzerreißend ist.“

          New York Times: „Die Olympioniken haben ein weiteres Jahr Zeit für die Vorbereitung auf Tokio. Die meisten wollten eine Verschiebung, doch auch das birgt Risiken. Die Verzögerungstaktik des IOC über Wochen bei einer Entscheidung, die so viele für unvermeidbar gehalten haben und die langsame öffentliche Reaktion auf das Coronavirus sind die neuesten Beispiele dafür, dass die Organisation den Bezug zum Rest der Welt verloren hat.“

          Los Angeles Times: „Mindestens zweimal bemühte IOC-Präsident Bach letzte Woche die Metapher von der Olympischen Flamme, die am Ende des Tunnels scheint, in dem sich die Welt gerade befindet. Es hat bis Dienstag gedauert, bis ihm selbst ein ein Licht aufging und er die Sommerspiele verschob.“

          Großbritannien

          „Daily Mirror“: „Mit Blick auf die Organisation, die für die Olympischen Spiele erforderlich ist, und die Tatsache, dass Tausende Japaner bereits ihr Leben darauf ausgerichtet hatten (und zwar noch bevor die 80 000 Freiwilligen mit dem Training beginnen sollten), ist die Verschiebung traurig. Aber die Entscheidung, die Spiele um ein Jahr zu verschieben, die der japanische Premierminister Shinzo Abe gestern angekündigt hatte, war lange überfällig.“

          „BBC Sport“: „Plötzlich müssen die Trainingspläne neu geschrieben und die Spitzenleistungen neu geplant werden. Für einige bedeutet das, etwas länger auf ihr olympisches Debüt zu warten, und für andere bedeutet es, den Ruhestand um ein weiteres Jahr zu verschieben.“

          „The Telegraph“: „Während viele um die Chance trauern werden, sich in diesem Sommer auf höchstem Niveau zu beweisen, gibt es auch viele, für die es sich als schwer erwiesen hätte, überhaupt in Tokio dabei zu sein.“

          „The Guardian“: „Einige der Kopfschmerzen sind möglicherweise nicht so groß wie angenommen. Das IOC wird weiterhin Millionen an Rundfunk- und Sponsoreneinnahmen erzielen, solange die Veranstaltung weiter stattfindet, und ein Großteil davon wird an den Sport weitergegeben.“

          Spanien

          „Marca“: „Die Olympischen Spiele, der Vergnügungspark des Sports, sind ein weiteres vom Coronavirus zerstörtes Ereignis.“

          „AS“: „Die Nachricht war angesichts der aktuellen Situation natürlich notwendig. Aber sie betrifft auch eine beträchtliche Anzahl von Athleten, die dieses olympische Ereignis als eine ihrer letzten Gelegenheiten gesehen haben, um vor ihrem Rückzug Ruhm zu erlangen.“

          „Mundo Deportivo“: „Inmitten dieser Weltkrise aufgrund des Coronavirus hätte sich das Internationale Olympische Komitee als Sportlokomotive etablieren müssen (...) und hat stattdessen wie immer spät und schlecht reagiert. Das IOC hat nicht nur eine großartige Chance verpasst, sein Image zu verbessern, sondern auch gezeigt, dass es eine Institution bleibt, die (...) mehr um ihre eigenen Interessen als um alles andere bemüht ist.“

          Frankreich

          „Dernières Nouvelles d’Alsace“: „Dieses Mal hat sich glücklicherweise der gesunde Menschenverstand durchgesetzt. Es war in der Tat kein anderer Ausweg möglich - die Spiele waren erledigt.“

          „L’Équipe“: „Die Unmöglichkeit, sie (die Spiele) im Juli abzuhalten, war offenkundig. Die Option, sie in den Herbst zu verschieben, wurde es auch. Keiner ist in der Lage, den Zustand der Erde für diesen Zeitraum vorherzusagen.“

          Schweden

          SVT: „Terror und Boykotte konnten die Olympischen Spiele nicht verschieben - aber Corona.“

          „Aftonbladet“: „Gegen Covid-19 ist nicht einmal das weltgrößte Sportfest immun. Aber mitten in der pechschwarzen Dunkelheit brennt die Olympische Fackel weiter. 2021 könnte die größte Sportparty der Welt jemals werden.“

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