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Olympia-Termin für 2021 steht : Alles wie geplant – aber mit Marathon?

Erst im Sommer 2021: Die Olympischen Spiele in Tokio wurden wegen des Coronavirus verschoben. Bild: dpa

Die Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio stellt Japan vor große Herausforderungen. Nun ist zumindest der neue Termin für die Eröffnung der Sommerspiele gefunden. Doch mehrere Fragen bleiben offen.

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          Am Schluss ging es schnell, und es kam, wie weitgehend erwartet. Die verschobenen Olympischen Spiele in Tokio sollen nun am 23. Juli 2021 beginnen, exakt 364 Tage nach dem ursprünglich geplanten Eröffnungstermin in diesem Jahr. Das sagte am Montagabend der Präsident des Organisationskomitees, Yoshiro Mori, in Tokio. Zuvor hatten sich das Internationale Olympische Komitee (IOC), die japanische Regierung, die Stadt Tokio und das japanische Organisationskomitee auf den neuen Termin geeinigt, der sich bereits als favorisierte Option heraus gestellt hatte.

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          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Auf der Telefonkonferenz des IOC mit den internationalen Fachverbänden gab es kein Angebot, Terminalternativen zu diskutieren. Als Starttermin für die Paralympischen Spiele ist der 24. August geplant. Damit werden die Olympischen Spiele, wie schon in diesem Jahr geplant, zwölf Tage nach dem Finale der Fußball-Europameisterschaft beginnen – sofern die Coronavirus-Pandemie die Austragung der beiden Großveranstaltungen im kommenden Jahr zulässt.

          Japans Ministerpräsident Shinzo Abe und der Präsident des IOC, Thomas Bach, hatten erst vergangene Woche eine Verschiebung der Olympischen Spiele beschlossen. Auch wenn Japan bislang die Pandemie vergleichsweise gut unter Kontrolle hält, schien es angesichts der rasanten Ausbreitung des Virus in Europa und in den Vereinigten Staaten zunehmend unmöglich, das größte Sportfest der Welt in diesem Sommer in Tokio abzuhalten.

          Der Leichtathletik-Weltverband kündigte am Montag nach der Bekanntgabe des neuen Termins für die Olympischen Spiele eine Verschiebung seiner Weltmeisterschaft auf 2022 an, um eine zeitliche Kollision mit den Olympischen Spielen zu vermeiden. Auch der Internationale Schwimm-Verband Fina hatte vergangene Woche zeitliche Flexibilität mit Blick auf seine für Juli 2021 in Fukuoka geplanten Weltmeisterschaften angedeutet.

          Nach dem Beschluss zur Verschiebung der Olympischen Spiele hatte es Spekulationen und Überlegungen gegeben, dass sie möglicherweise im Frühjahr des kommenden Jahres hätten stattfinden können. Bach hatte das nicht ausgeschlossen. Das hätte das leidige Problem umgangen, dass es in Tokio im Juli und August üblicherweise heiß und schwül ist, obwohl die Stadt in ihrer Bewerbungsbroschüre 2013 von „vielen Tagen milden und sonnigen Wetters“ gesprochen hatte. Tokios Gouverneurin Yuriko Koike hatte gar schon angedeutet, dass sie den Marathon von Sapporo im kühleren Hokkaido gerne zurück in Tokio hätte. Am Montag war dieser Termin kein Thema mehr.

          Sportler und lokale Organisatoren zeigten sich erfreut, dass mit dem schnellen Beschluss über den neuen Termin nun die Vorbereitung konkret beginnen könne. Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, sprach in einer Stellungnahme von einer „erfreulich schnellen Klärung des neuen Termins“. Für das Organisationskomitee heißt das vor allem zunächst, die Räumlichkeiten für die Olympischen Spiele im kommenden Jahr zu sichern. Das neue Nationalstadion, das der japanische Stararchitekt Kengo Kuma entworfen hatte, steht sicher zur Verfügung. Doch für andere Veranstaltungsorte wie Messehallen oder Konferenzzentren, die teils auf viele Monate im Voraus ausgebucht sind, ist das nicht gesichert. Auch die Umwandlung des Olympischen Dorfes in Eigentumswohnungen muss verschoben werden. Verträge mit Sponsoren sind neu auszuhandeln.

          Einige offene Fragen hatte das lokale Organisationskomitee am Montag zumindest im Grundsatz geklärt. Die Zehntausenden freiwilligen Helfer, die schon für ihre Aufgaben geschult wurden, sollen die Möglichkeit erhalten, im kommenden Jahr in gleicher Funktion an den verschobenen Spielen mithelfen. Läufer, die für den Fackellauf ausgesucht worden waren, sollen im kommenden Jahr Priorität erhalten. Schon verkaufte Eintrittskarten sollen für den kommenden Sommer unverändert Gültigkeit haben. Bei Terminnöten soll den Sportfans der Kaufpreis zurückerstattet werden. Der Name der Spiele, Tokio 2020, wird trotz des Jahreswechsels beibehalten. Das hat nach Erklärung des Organisationskomitees den Vorteil, dass Souvenirs und andere Verkaufsartikel weiter vermarktet werden können.

          Leichtathleten weichen aus

          Der Weltverband der Leichtathleten (WA) begrüßt die Verschiebung der Olympischen Spiele von Tokio auf das nächste Jahr. „Dies gibt unseren Sportlerinnen und Sportlern die Zeit, die sie brauchen, um in Training und Wettkampf zurückzukehren“, hieß es am Montag. Gemeinsam mit den Organisatoren in Eugene (Oregon) arbeite der Verband nun daran, für die Weltmeisterschaft, mit welcher der Sportartikelhersteller Nike seine Gründung 1971 dort feiern will, einen neuen Termin 2022 zu finden. Damit wird die Weltmeisterschaft im selben Jahr stattfinden wie die European Championships in München und die Commonwealth-Spiele in Birmingham, deren Kern jeweils die Leichtathletik bildet. Auch mit deren Organisationsteams sei man im Austausch. In einem Radio-Interview sagte WA-Präsident Sebastian Coe, die Verschiebung der Olympischen Spiele bewahre die Athleten davor, trotz Verbots zu trainieren und damit Verwandte und Bekannte zu gefährden sowie möglicherweise gegen Gesetze zu verstoßen. (mr.)

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