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Corona und die Autokraten : Zentralkomitee der Zyniker

Corona-Sport in Minsk. Lukaschenka glaubt nicht an das Virus. Bild: AFP

Die postsowjetischen Alleinherrscher Rahmon und Lukaschenka verbindet so manches. Als oberste Sportler ihrer Länder wähnen sich beides unschlagbar. Doch auch sie wurden nun zurückgepfiffen.

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          Als die metaphorische Viertelstunde Ruhm, die Andy Warhol einst versprach, jüngst im Sonderangebot war, griffen die postsowjetischen Sportautokraten beherzt zu. Nun läuft sie aber auch in Belarus offenbar langsam ab. In dieser Woche wurden zwei Spiele aufgrund von Covid-19-Infektionen unter den Spielern abgesagt. Ansonsten läuft der Ligabetrieb im Reich von Aleksandr Lukaschenka noch weiter, mit Publikum, versteht sich. Fluchtpunkt Salihorsk.

          Gut für Wettanbieter, die per Bandenwerbung am vergangenen Wochenende das internationale Publikum darauf hinwiesen, dass nun auch die Bundesliga den Betrieb wiederaufnehme. In Tadschikistan war es mit dem Fußball schon Ende April plötzlich vorbei. Zuvor hatte unter Alleinherrscher Emomalij Rahmon, wie Lukaschenka zugleich als Präsident des Nationalen Olympischen Komitees oberster Sportler seines Landes, erklärt, Corona finde zwischen Pandschakent und Pamir nicht statt.

          Dann doch der Abpfiff. Rahmon stellte fest: Das Virus ist da. Zuvor flackerten über die Werbebanden der tadschikischen Liga Durchhalteparolen an die armen Spanier. Mit dem Sitz im Zentralkomitee der Zyniker ist es bei Lukaschenka und Rahmon wie mit all ihren Ämtern: Es ist ein Posten auf Lebenszeit.

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