https://www.faz.net/-gtl-9zem2

„Ein unglaublicher Skandal“ : Dresden wehrt sich, DFL vertagt Entscheidung

Wollen spielen und nicht streiken, sagt ihr der Verein: die Profis von Dynamo Dresden Bild: Reuters

Die Deutsche Fußball-Liga wollte auch über die Folgen eines Saisonabbruchs abstimmen lassen – doch die Klubs fordern mehr Zeit. Und Dynamo Dresden dementiert einen Vorwurf mit drastischen Worten.

          2 Min.

          Wie geht es weiter, wenn es nicht weitergeht? Über diese Frage sollte an diesem Donnerstag bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) abgestimmt werden. Konkret: Würde es im Fall eines Saisonabbruchs infolge der Corona-Krise Ab- und Aufsteiger geben – auf der Grundlage der dann aktuellen Tabelle? So sah es eine DFL-Vorlage für die 36 Klubs vor. Doch im Zuge zweier Teilversammlungen der ersten und zweiten Liga am Mittwoch wurde über diese Frage nicht nur kontrovers diskutiert – sie wurde offenbar vertagt.

          Marco Bode, Aufsichtsratschef des Bundesliga-Vorletzten Werder Bremen, sagte in einer Telefonkonferenz am Abend, er gehe davon aus, dass „definitiv nicht über den Antrag in der vorliegenden Form abgestimmt wird“. Am Vorgehen der DFL habe es deutliche Kritik gegeben. „Es ging einer relativ großen Zahl so, dass die Kurzfristigkeit, die Art und Weise und die Sorgfalt des Antrages kritisiert wurden“, sagte Bode.

          Zuvor hatte schon Michael Born, der Finanzgeschäftsführer des Zweitliga-Letzten Dynamo Dresden, bestätigt, dass die Entscheidung vertagt wurde. Das betreffe auch die Aufnahme des Hygiene-Konzepts als Anhang in die Spielordnung. In beiden Fällen, sagte Born, solle es „mehr Zeit für eine Diskussion und rechtliche Prüfung“ geben. Somit würden die Ligen, die am Wochenende mit Geisterspielen wieder den Betrieb aufnehmen wollen, bis auf weiteres mit einer Rechtsunsicherheit bezüglich möglicher weiterer Entscheidungen in diese Phase gehen.

          Was wäre wenn? Die Liga berät noch über die Abbruchszenarien.
          Was wäre wenn? Die Liga berät noch über die Abbruchszenarien. : Bild: dpa

          Die Dresdner wehrten sich im Rahmen ihrer Pressekonferenz zum wiederholten Mal gegen Mutmaßungen, der Verein habe ein Interesse an einem Saisonabbruch, um so den drohenden Abstieg zu vermeiden. Dabei war es auch zu dem Vorwurf gekommen, die Mannschaft könne unter Umständen sogar „streiken“. „Wir stehen dafür, die Saison sportlich zu beenden“, betonte Ralf Minge, der Sportgeschäftsführer. „Die Formulierung „Streik“ ist ein unglaublicher Skandal, weil wir als Mannschaft und alle, die Dynamo Dresden lieben, diffamiert werden“, heißt es in einer vom Zweitliga-Team unterzeichneten Mitteilung betreffend der Vorwürfe vom Mittwoch.

          In Folge zweier positiver Corona-Proben und der daraufhin vom Gesundheitsamt verordneten 14-tägigen Quarantäne für das ganze Team hatte Dynamo sich am Vortag gegenüber der DFL erklären sollen. Der Verein habe dabei deutlich gemacht, dass er sich „peinlich genau“ an die Vorgaben des Hygienekonzepts gehalten habe, sagte Finanzgeschäftsführer Michael Born. Die Zweitligavereine hätten am Mittwoch Verständnis für die besondere Situation der Dresdner geäußert, sagte Born. Es solle nun geprüft werden, wie Dynamo nach Ablauf der 14-tägigen Quarantäne unter dem Gesichtspunkt der „Integrität des Wettbewerbs“ wieder den Trainings- und Spielbetrieb aufnehmen könne.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Auf Truppenbesuch: Wolodymyr Selenskyj

          Ukraine-Konflikt : Kiews West-Offensive

          Angesichts des russischen Truppenaufmarsches sucht der ukrainische Präsident Selenskyj die Nähe zu EU und Nato. Kann er so das Blatt im Osten seines Landes wenden?
          September 2020: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verfolgt im Bayerischen Landtag eine Rede von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler).

          Die K-Frage der Union : Söder muss nur noch zuschauen

          Die Unterstützung in der CDU für die Kanzlerkandidatur von Armin Laschet bröckelt Stück für Stück. Umso entschlossener wirkt die CSU. Die christsoziale Kampfmaschine funktioniert reibungslos.
          Ein Hubschrauber im Einsatz über dem Tafelberg

          Brand am Tafelberg : Kapstadts Universität in Flammen

          In der südafrikanischen Küstenstadt ist am Sonntag ein verheerendes Feuer ausgebrochen. Auch das Bibliotheksgebäude der Universität mit seiner historischen Sammlung steht in Flammen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.