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Uiguren-Verfolgung in China : Amerikas Außenminister unterstützt Mesut Özil

  • Aktualisiert am

Unter Druck: Der ehemalige Nationalspieler Mesut Özil Bild: Reuters

Wegen seiner Kritik an der Menschenrechtslage der Uiguren in China stehen Mesut Özil und sein Verein Arsenal London massiv unter Druck. Nun bekommt der ehemalige Fußballnationalspieler unerwartete Schützenhilfe.

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          Der ehemalige deutsche Fußballnationalspieler Mesut Özil hat im Streit um die Uiguren-Verfolgung in China die Unterstützung des amerikanischen Außenministers Mike Pompeo bekommen. Pompeo schrieb am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter, die chinesischen „Propaganda-Medien“ könnten Özil und die Spiele seines Vereins FC Arsenal die gesamte Saison über mit Zensur belegen. „Aber die Wahrheit wird sich durchsetzen.“ Die kommunistische Partei Chinas könne die „schweren Menschenrechtsverletzungen“ gegen die Uiguren nicht verheimlichen.

          Özil hatte vergangene Woche die Verfolgung der muslimischen Minderheit der Uiguren in der chinesischen Provinz Xinjiang kritisiert und das Schweigen muslimischer Staaten angeprangert. Chinesische Medien kritisierten den türkischstämmigen Fußballer daraufhin scharf.

          Der chinesische Staatssender CCTV nahm in der Folge die Live-Übertragung eines Spiels zwischen dem FC Arsenal und Manchester City aus dem Programm. Die Auseinandersetzung könnte für den FC Arsenal und die Premier League Auswirkungen im lukrativen chinesischen Markt haben. Am Montag warf die chinesische Regierung Özil vor, er habe sich „von Fake News täuschen“ lassen.

          Experten werfen China massive Menschenrechtsverletzungen an der muslimischen Minderheit der Uiguren vor. Mehr als eine Million Uiguren und andere Muslime befinden sich Menschenrechtsaktivisten und geleakten Regierungsdokumenten zufolge in Umerziehungslagern, wo sie demnach willkürlich festgehalten und teils misshandelt werden. Nachdem die Regierung in Peking die Existenz der Lager zunächst bestritten hatte, spricht sie heute von „Berufsbildungszentren“ zur Deradikalisierung.

          Özil war im vergangenen Jahr in Deutschland in die Kritik geraten, weil er sich vor einer Wahl in der Türkei demonstrativ an der Seite des islamisch-konservativen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gezeigt hatte, dem seinerseits Menschenrechtsverletzungen und die Missachtung des Rechtsstaates vorgeworfen werden. Der Streit führte schließlich mit zu Özils Rücktritt aus der deutschen Fußballnationalmannschaft.

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