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Schwimmstar aus China : Sun Yangs Acht-Jahres-Sperre wird reduziert

Wiedersehen in Paris bei Olympia 2024: Sun Yang dürfte dann wieder schwimmen. Bild: AFP

Eigentlich war Chinas Schwimmstar Sun Yang für acht Jahre gesperrt. Nun halbiert das Sportschiedsgericht CAS die Strafe fast. Damit darf er wieder auf die Olympia-Teilnahme 2024 in Paris hoffen.

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          Der chinesische Superstar Sun Yang hat eine olympische Zukunft. Das Internationale Sportschiedsgericht CAS in Lausanne hat den Schwimmer, dreimaliger Olympiasieger und elfmaliger Weltmeister, wegen Doping-Verstößen für vier Jahre und drei Monate gesperrt. In einem ersten Verfahren war Sun Yang für acht Jahre gesperrt worden.

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          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Das Schweizerische Bundesgericht hatte den Urteilsspruch der Sportrichter aufgehoben und den Fall an den CAS zurück verwiesen. Die Bundesrichter hatten die Befangenheit des Vorsitzenden im ersten CAS-Verfahren moniert: Franco Frattini, Außenminister der Italienischen Republik in zwei Kabinetten unter Premierminister Silvio Berlusconi, hatte auf Twitter den Umgang chinesischer Bürger mit Tieren auf rassistische Art und Weise kritisiert.

          Im Gegensatz zum ersten Verfahren, das öffentlich stattgefunden hatte und das während der zehn Stunden dauernden Verhandlung erhebliche Mängel bei der Simultanübersetzung offenbart hatte, erfolgte die Verhandlung nun hinter verschlossenen Türen. Sun Yangs Sperre endet im Mai 2024, so dass der Chinese bei den Olympischen Spiele von Paris 2024 starten könnte.

          Emotionen eskalierten bei Probe

          Der Fall war ursprünglich beim CAS gelandet, weil sich der Internationale Schwimmverband FINA geweigert hatte, eine Strafe gegen den Chinesen auszusprechen. Sun Yang war am 18. September 2018 zu einer Doping-Probe gebeten worden, in deren Folge die Emotionen eskalierten. Der Schwimmer zweifelte die Akkreditierung der Kontrolleurin an. Der Behälter, in dem sich eine Blutprobe Suns befand, wurde auf Anweisung von Suns Mutter von einem Sicherheitsposten mit einem Hammer zerstört.

          Sun war bereits im Jahr 2014 wegen eines Doping-Vergehens für drei Jahre durch die chinesischen Sportbehörden gesperrt worden. Von dieser Sperre erfuhr die Öffentlichkeit allerdings erst im Nachhinein. Seither begleitet den Chinesen bei seinen erfolgreichen Auftritten in den Schwimmbecken der von der Konkurrenz auch öffentlich geäußerte Verdacht.

          In der Pressemitteilung zum neuerlichen Urteil, die der CAS am Abend veröffentlichte, heißt es, Sun Yang habe rücksichtslos gehandelt. Das seit 2021 geltende FINA-Reglement erlaube aber mehr Flexibilität unter „Beachtung der Gesamtumstände“ bei mehrmaligen Verstößen gegen die Doping-Bestimmungen, daher habe man die Strafe reduziert.

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