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Sportgericht Cas entscheidet : Scharfe Kritik an Russlands Paralympics-Ausschluss

  • Aktualisiert am

Die russische Fahne wird bei den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro nicht wehen. Bild: Picture-Alliance

An Olympia 2016 nahmen russische Sportler doch noch teil, bei den Paralympics in Rio wird es anders sein. Der Sportgerichtshof bestätigt die Sperre. Die Reaktion aus Moskau folgt sogleich.

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          Der Cas hat die kompromisslose Anti-Doping-Haltung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) mit der Bestätigung des Banns gegen Russland gestärkt. Nebenbei erhielt das IOC, das sich vor einem Komplett-Ausschluss der russischen Sportler für die Olympischen Spiele gedrückt hatte, vom Internationalen Sportgerichtshof einen Seitenhieb verpasst. Erwartungsgemäß bestätigte der Cas am Dienstag den Ausschluss der Russen von den Paralympics vom 7. bis 18. September in Rio de Janeiro. „So hätte das IOC auch entscheiden können“, sagte der Heidelberger Sportrechtler Michael Lehner.

          Das russische Paralympics Komitee (NPC Russia) hatte gegen die Aussetzung seiner Mitgliedschaft im IPC Einspruch eingelegt. Wegen seiner Verwicklungen in das staatlich gelenkte Doping-System war das NPC am 7. August suspendiert worden. Der Cas bestätigte diesen Schritt, weil das NPC gegen die Anti-Doping-Richtlinien des Komitees und der Welt-Anti-Doping-Behörde Wada verstoßen habe. Die Russen hätten bei einer Anhörung am Montag in Rio die Vorwürfe nicht entkräften können.

          Allenthalben fand die Cas-Entscheidung ein positives Echo. Die Nada, der Deutsche Behindertensportverband und Sportrechtler begrüßten den Richterspruch. „Die Entscheidung ist die Konsequenz aus dem nachgewiesenen Doping. Insgesamt für den Sport ist das ein gutes Zeichen und ein Beleg für Null-Toleranz-Politik gegenüber dopenden Sportlern und Sportlerinnen“, sagte der deutsche Verbandspräsident Julius Beucher. „Diese Entscheidung ist im Sinne der sauberen Sportlerinnen und Sportler“, teilte die Nationale Anti-Doping-Agentur Deutschland (Nada) mit.

          Der in vielen Doping-Prozessen gestählte Jurist Lehner begrüßte die Entscheidung. Das IOC, das vor den Spielen nur einen Teilausschluss russischer Leichtathleten und Gewichtheber zugelassen hatte, hätte sich auch so entscheiden können. „Aber sie wollten sich die Hände so ein bisschen in Unschuld waschen und haben es den Verbänden überlassen. So oder so war es eine politische Entscheidung“, sagte Lehner der Deutschen Presse-Agentur.

          Naturgemäß stieß der rechtskräftige Total-Ausschluss in Moskau auf scharfe Kritik. Der Cas habe politisch und nicht juristisch entschieden, sagte Sportminister Witali Mutko. „Es gab keinen Grund für den Ausschluss, und doch ist es so gekommen“, sagte er der Agentur Tass. Der Vorsitzende im Sportausschuss des russischen Parlaments, Dmitri Swischtschow, sprach von „unerhörter Frechheit und Prinzipienlosigkeit“ des Cas.

          Russland könne das Urteil vor dem Schweizer Bundesgericht anfechten, falls es Formfehler gegeben habe, sagte der Sportjurist Michail Prokopez der Agentur Tass. Dies sei aber wenig aussichtsreich, und komme vermutlich zu spät. Die Paralympics, zu denen mehr als 3500 Sportler aus 164 Nationen erwartet werden, beginnen in zwei Wochen.

          Nach massiven Doping-Vorwürfen im Report des unabhängigen Ermittlers Richard McLaren für die Wada hatte das IPC die Suspendierung mit mangelnden Anstrengungen der Russen im Anti-Doping-Kampf begründet. „Der McLaren-Report markierte einen der dunkelsten Momente des Sports“, sagte IPC-Chef Philip Craven.

          Das IPC hatte von McLaren die Namen von 35 Sportlern erhalten, die in Verbindung mit verschwundenen positiven Dopingproben aus dem Moskauer Kontrolllabor stehen sollen. Zudem schickte der Dachverband 19 Dopingproben der Winter-Paralympics 2014 in Sotschi zur Nachkontrolle. Aber es soll auch ein Zurück geben. „Wir hoffen, dass die Entscheidung ein Katalysator für den Wandel in Russland sein wird und dass wir das russische Paralympische Komitee als Mitglied wieder begrüßen können“, sagte Craven. Nach den Paralympics in Rio will das IPC in Kooperation mit der Wada Kriterien zur Wiederaufnahme Russlands aufstellen.

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