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32 Millionen Euro zusätzlich : Bundesregierung gewährt mehr Geld für den Sport

Geld für neue Boote: Auch das Rudern kann investieren. Bild: Lukas Kreibig

Auch der Sport profitiert von der Haushaltseinigung im Bundestag: Vor allem die nichtolympischen Disziplinen können sich über einen Geldregen freuen.

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          Zehn Millionen Euro extra für den nichtolympischen Sport, 24 Stellen für die Sportabteilung des Innenministeriums, gut fünf Millionen für die Olympiavorbereitung und 2,7 Millionen für die Rente von Athleten: Gut 32 Millionen von 1,6 Milliarden Euro, um die der Haushaltsausschuss des Bundestages in seiner Bereinigungssitzung in der Nacht auf Freitag den Etat des Bundes 2020 erhöht hat, sollen dem Sport zugute kommen. Die Spitzensportförderung steigt damit im Olympiajahr auf 262 Millionen Euro. Das ist, wie der SPD-Abgeordnete Martin Gerster rechnet, ein Plus von 100 Millionen in drei Jahren oder, wie der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) sich freut, eine Verdoppelung seit dem Beginn der Leistungssportreform 2015.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Gewinner dieser Aufstockung sind die nichtolympischen Sportarten. Ihre zwanzig Verbände dürfen sich im kommenden Jahr knapp 14 Millionen Euro teilen. Bisher mussten sie mit 3,9 Millionen auskommen. Die Olympiavorbereitung ist der nächste große Posten: Für die Vorbereitung der Athleten auf die Sommerspiele 2020 stehen 3 Millionen, für die Anschaffung von Rädern, Booten und Bobs für Tokio 2020 und Peking 2022 („Olympiaflotte“) 2,2 Millionen zusätzlich zur Verfügung. Nachwuchssportler sollen mit 3,4 Millionen unterstützt werden.

          Dem Wunsch der Verbände, von den Kosten für Doping-Kontrollen in Höhe von 1,2 Millionen Euro entlastet zu werden, entspricht der Bund und gilt sie mit 1,5 Millionen Euro ab. Damit steigt sein Beitrag zum Jahresbudget der Nada von 7,7 auf 10 Millionen Euro. Auch das Stiftungskapital stammt vom Bund. Der DOSB will seinen jährlichen Beitrag von 400.000 Euro weiterhin leisten.

          Die Kosten der Aufstockung der Sportabteilung im Ministerium werden nicht beziffert. Das zusätzliche Personal soll vor allem der Verwaltung der Rentenzahlung für Athleten, die nicht bei der öffentlichen Hand beschäftigt sind, sowie der Stärkung des neuen Ressorts für Strategie und Akquise von Großveranstaltungen, die zu einer Olympiabewerbung Deutschlands führen sollen, zugute kommen. Zur Förderung der nordischen Ski-Weltmeisterschaft in Oberstdorf 2021 stellen die Haushälter 8,5 Millionen zur Verfügung, für die Biathlon-Europameisterschaft am Arbersee 2022 1,7 Millionen und für die Biathlon- und Rodel-Weltmeisterschaften in Oberhof 2023 10 Millionen Euro.

          Die Unterstützung der European Championships in München 2022 wird um 1,3 auf 33,2 Millionen Euro erhöht. Für die externe Beratung zur Veranstaltungsstrategie steht dem Ministerium eine Million Euro zur Verfügung.

          An Trainerprämien sind im kommenden Jahr 895.000 Euro vorgesehen. Ein Projekt zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz wird mit einer Million Euro gefördert. Eine Halle zum Bogenschießen in Berlin lässt sich der Bund 2 Millionen Euro kosten.

          Das Programms „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ ist mit weiteren 200 Millionen ausgestattet worden. Bisher standen 550 Millionen zur Verfügung; von 1300 Anträgen konnten lediglich angenommen werden. Nun ist vorgesehen, nicht neue Bewerbungen zu initiieren, sondern abgelehnte zu berücksichtigen.

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