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Rechnungshof kritisiert DOSB : „Sportförderung intransparent“

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DOSB-Präsident Hörmann: Rüffel vom Bundesrechnungshof Bild: dpa

„Die von BMI und DOSB dargestellten Fördermittel der Verbände sind weder transparent noch untereinander vergleichbar“, schreibt der Bundesrechnungshof über die deutsche Spitzensportförderung.

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          Die Förderung des Spitzensports in Deutschland durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und das Bundesinnenministerium (BMI) ist nach einer Untersuchung des Bundesrechnungshofs zu intransparent. Es entstehe ein unklares Bild über die tatsächliche Förderung jedes einzelnen Verbandes, heißt es in dem Bericht, der am Donnerstag durch das Recherche-Netzwerk „Correct!v“ bekannt wurde. „Die von BMI und DOSB dargestellten Fördermittel der Verbände sind weder transparent noch untereinander vergleichbar.“

          Die Höhe der Grundförderung der Einzelverbände unter anderem von der Anzahl der Wettbewerbe abhängig zu machen löse Zweifel aus, da die Förderung von Mannschaftssportarten dadurch in weit höherem Maße vom Erfolg abhängig würde. Die Prüfer kritisieren zudem das „Beratungsmonopol“ des DOSB. Der Rechnungshof empfiehlt dem BMI nicht nur, sich von einer unabhängigen Einrichtung beraten zu lassen, sondern auch einen neuen Berechnungsschlüssel für die Förderung.

          Der DOSB nannte in einer Stellungnahme „manche Vorschläge“ positiv, „allerdings hätten wir uns in einigen Passagen mehr sportfachlichen Sachverstand und Kenntnis des Sportsystems und seiner Notwendigkeiten gewünscht.“ Einige Vorschläge würden in der Praxis „bloß zu mehr Bürokratie“ führen.

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