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Steinmeier ehrt Löw : „Erneuerer und Visionär“

  • Aktualisiert am

Bundespräsident trifft Bundestrainer: „Erneuerer und Visionär“ Bild: Reuters

„Sie haben den Menschen in diesem Land viele Momente geschenkt, die im Gedächtnis unserer Nation bleiben werden“, sagt Bundespräsident Steinmeier in einer Laudatio auf den langjährigen Bundestrainer Löw.

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          Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Weltmeister-Coach Joachim Löw bei einem Mittagessen im Schloss Bellevue für seine Verdienste als ehemaliger Bundestrainer gewürdigt. Löw habe nicht nur „Historisches für den deutschen Fußball“ geleistet, sondern sich auch „um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und das Ansehen unseres Landes in der Welt“ verdient gemacht, sagte Steinmeier am Mittwoch in seiner Rede vor dem anberaumten Mittagessen mit dem Weltmeister-Coach.

          „Deshalb freue ich mich, dass ich Ihnen heute zum Abschied Dank sagen kann, im kleinen Kreis, aber im Namen von ganz Fußball-Deutschland“, ergänzte der Bundespräsident, der in Löw einen „Erneuerer und Visionär“ sieht. „Ihre Kunst, mit Menschen umzugehen, Ihre Fähigkeit, jeden Einzelnen im Ensemble noch besser zu machen, all das macht Sie als Trainer der goldenen Generation aus“, meinte der SPD-Politiker.

          Löw habe den Menschen in Deutschland „viele Momente geschenkt, die im Gedächtnis unserer Nation bleiben werden“ – allen voran der WM-Titel 2014 in Brasilien und als Ko-Trainer die unvergessene Heim-WM 2006.

          In seiner Ansprache hob Steinmeier nicht nur die sportlichen Verdienste Löws hervor. „Wir ehren heute einen Bundestrainer, dessen Mannschaft die Vielfalt unserer Gesellschaft widergespiegelt hat. Die Erfolge seines Teams haben das Selbstbild unseres Landes verändert, sie haben unterschiedliche Herkunftsgeschichten junger Deutscher zum festen Bestandteil unserer nationalen Erzählung gemacht. Und sie haben vor allem gezeigt, wie viel wir als Verschiedene gemeinsam erreichen können, wenn wir füreinander da sind“, sagte Steinmeier.

          Der größte Erfolg: Weltmeister 2014 mit dem damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck und Kanzlerin Angela Merkel
          Der größte Erfolg: Weltmeister 2014 mit dem damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck und Kanzlerin Angela Merkel : Bild: dpa

          Der Bundespräsident zeigte sich auch von Löws Gratwanderung zwischen Heimatverbundenheit und Weltoffenheit begeistert. „Joachim Löw, das war und das ist für viele „der Jogi“, ein Heimatverbundener, fest verwurzelt im Schwarzwald, in Schönau und Freiburg im Breisgau“, sagte er, „zugleich aber ein Weltreisender, nie spießig und rückwärtsgewandt, sondern immer offen für Neues.“

          Löw habe mit seinem Wirken das Bild Deutschlands in der Welt positiv verändert. „Joachim Löw und seine Spieler stehen für ein weltoffenes und tolerantes Deutschland, für ein Deutschland, das nicht griesgrämig, verbissen und herablassend auftritt, sondern freundlich, zuversichtlich und fair“, sagte Steinmeier.

          Für den neuen Lebensabschnitt wünschte Steinmeier dem ehemaligen Bundestrainer viel Glück und vor allem Zeit, „um durchzuatmen und neue Kraft zu schöpfen. Und ich bin mir sicher, dass längst neue Ideen und Ziele in Ihnen wachsen, Pläne für das Spiel, das jetzt vor Ihnen liegt.“

          Der 61 Jahre alte Löw war Ende Juni nach dem Ausscheiden im EM-Achtelfinale gegen England (0:2) nach 15 Jahren mit 198 Länderspielen als Bundestrainer zurückgetreten. Drei Jahre zuvor hatte er das historische WM-Vorrunden-Aus in Russland zu verantworten gehabt. Neben dem WM-Titel 2014 gewann Löw mit der Nationalmannschaft auch den Confed-Cup (2017). Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wird den Vorgänger von Hansi Flick beim WM-Qualifikationsspiel am kommenden Donnerstag (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Nationalmannschaft und bei RTL) in Wolfsburg gegen Liechtenstein offiziell verabschieden.

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