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Bund unterstützt den Sport : Corona-Hilfe für viele Ligen

Solange keine Zuschauer in die Stadien kommen, brauchen einige Vereine finanzielle Hilfe. Bild: dpa

Vom 1. September an möchte der Bund den Ausfall von Einnahmen durch Ticketverkauf im Sport wegen der Corona-Krise mit bis zu 800.000 Euro ausgleichen. Kritik kommt von den Grünen.

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          In drei Wochen können Klubs aus Basketball- und Handball-, Volleyball- und Eishockey-Liga Unterstützung aus dem mit 200 Millionen Euro ausgestatteten Hilfsprogramm des Bundes beantragen. Das geht aus Eckpunkten hervor, die das Bundesinnenministerium für die „Corona-Hilfen Profisport“ veröffentlicht hat.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Demnach will der Bund vom 1. September an den Ausfall von Einnahmen durch Ticketverkauf wegen der Corona-Krise mit bis zu 800.000 Euro ausgleichen; der Verlust muss für den Zeitraum vom jeweils 1. April entweder bis 31. August oder, in einer zweiten Runde, bis 31. Dezember im Vergleich zu Einnahmen im Vergleichszeitraum 2019 belegt werden. So sollen Insolvenzen und Arbeitsplatzverluste verhindert werden. Das Parlament verabschiedete die Hilfe, um die Vielfalt des Sports zu erhalten.

          Anspruch auf Überbrückungshilfe haben laut den Eckpunkten „Sportvereine und Unternehmen im professionellen und semiprofessionellen Wettbewerb im Bereich der olympischen und paralympischen Individual- und Mannschaftssportarten in der 1. und 2. Liga der Männer und der Frauen sowie in der 3. Fußball-Bundesliga der Männer in Deutschland“.

          Auch die Fußball-Bundesliga der Frauen soll unterstützt werden. Nicht gefördert werden die 36 Klubs der Ersten und Zweiten Fußball-Bundesliga. Auch die dritten Ligen der Ballsportarten sowie, da nicht olympisch, American Football fallen durchs Raster. Ebenfalls passen die Veranstalter von Marathon- und Stadt-Läufen, die derzeit ausfallen, nicht ins Förderschema. Vereine in den Hockey- sowie den Turn-, Tischtennis- und Schützen-Bundesligen werden gefördert.

          Bedingung für die staatliche Hilfe ist der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen im Förderzeitraum. Nicht gefördert werden Klubs und Unternehmen in Insolvenz. Dies dürfte den Fußball-Drittligaverein 1. FC Kaiserslautern betreffen, der im Juni zur Sanierung in die Planinsolvenz gegangen ist.

          Steuerberater, Wirtschafts- und Buchprüfer sowie Rechtsanwälte müssen die vereinfachten elektronischen Anträge beim Bundesverwaltungsamt stellen. Dieses kündigt für den Nachweis von sechzig Prozent Einnahmeverlust Stichproben an; falsche Angaben seien strafbar. Im kommenden Jahr werden die Schlussabrechnung sowie die Rückzahlung zu hoher Unterstützung erwartet.

          Erhard Grundl von den Grünen, Mitglied im Sportausschuss des Bundestages und Sprecher seiner Fraktion für Kulturpolitik, kritisierte die Eckpunkte als nicht überzeugend „Die Reduzierung auf olympische und paralympische Sportarten verkennt,  dass auch andere Sportarten und Ligen unter dem Zuschauerverlust erheblich leiden, etwa American Football“, teilte er mit. „Außerdem erscheinen bis zu 800.000 Euro für einzelne Vereine als eine erhebliche Bevorzugung des Profisports  im Vergleich zur Regelung für kleine und mittelständische Unternehmen."

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